Konferenz europäischer und amerikanischer Konservativer in Rom: Der „woken“ Gefahr gemeinsam Widerstand entgegensetzen

Konferenz italienischer Konservativer in Rom.
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von Prof. DAVID ENGELS

ROM – Italien nach dem Wahlsieg der Rechten – was folgt dem erfolgreichen Urnengang? Um diese Frage zu klären, hatten das Journal „European Conservatism“, zunehmend ein wichtiger Angelpunkt des europäischen Konservatismus, gemeinsam mit dem Thinktank „Nazione Futura“ und der Stiftung „Tatarella“ übers Wochenende nach Rom eingeladen.

Anwesend waren dabei Vertreter verschiedenster europäischer und amerikanischer konservativer Organisationen, so etwa Jorge Buxadé Villalba (MEP Vox); Balázs Hidveghi (MEP Fidesz); John O’Sullivan (ehem. Berater von Margaret Thatcher, Präsident des Danube Institute in Budapest); André Ventura (Präsident der portugiesischen Partei „Chega!“); Mattias Karlsson (ehem. Leiter der Schwedendemokraten); Lord Daniel Hannan (ehem. Generalsekretär der „Alliance of Conservatives and Reformists in Europe“); der portugiesische Professor Jaime Nogueira Pinto; Vincenzo Sofo (MEP Fratelli d’Italia); Alvino-Mario Fantini (European Conservative); Francesco Giubilei (Nazione Futura); Lorenzo Fontana (Vizesekretär der Lega); Gladden Pappin (University of Dallas) und Raffaele Fitto (MEP Fratelli und Co-Präsident des ECR).

Die Teilnehmer und Redner wiesen zwar durchaus unterschiedliche ideologische Schattierungen auf (im Spannfeld zwischen Laizität und Christentum, zwischen Souveränismus und Europäismus und zwischen Liberalismus und der sozialen Lehre der Kirche), stimmten aber insgesamt im Wesentlichen miteinander überein: Nur zusammen können die konservativen Bewegungen Europas den Globalismus überwinden, nur zusammen können die europäischen Nationen sich in Anbetracht der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts behaupten, und nur durch die positive gemeinsame Rückbeziehung auf das, was uns alle als Abendländer identitär verbindet, kann es möglich sein, der „woken“ Gefahr echten Widerstand entgegenzusetzen.

Daher war es auch nur folgerichtig, daß die gesamte Tagung in der Buchvorstellung von „Raffaelo. Un dio mortale“ des bekannten Kunsthistorikers und Politikers Vittorio Sgarbi (Forza Italia) mündete: Schutz und Pflege unserer Kultur als höchstes Ziel konservativer Politik.

Dies mag erklären, wieso unter den Rednern leider keine Vertreter deutscher Einrichtungen zu finden waren: Zu sehr hat sich die Christdemokratie seit Angela Merkel diskreditiert; zu „woke“ sind die deutschen Liberalen; zu verstörend war der Dexit-Beschluss der AfD, als dass diese drei gegenwärtig auf dem internationalen konservativen Parkett breiter anschlußfähig wären. Denn dieses Parkett ist nicht nur höchst lebendig und dynamisch (was in Deutschland gerne ignoriert wird); es wird auch zunehmend politisch bedeutsam und aussichtsreich.

Während in Deutschland selbst kleinste konservative Treffen von den Medien diskreditiert, von Antifa-Aktivisten bestreikt und von Polizisten „bedrohlich“ geschützt werden müssen, wurde die Versammlung europäischer Konservativer in Rom in einem der besten Hotels der Stadt nur einen Steinwurf vom Quirinal und somit dem Sitz des italienischen Präsidenten entfernt, beherbergt und von der RAI und vielen anderen Medien positiv medial begleitet – Zustände, die in Deutschland schwer vorstellbar wären.

Und während in den deutschen Medien Meloni und ihre Mitstreiter wahlweise von links als „Faschisten“, von rechts als „Globalistenpuppen“ und von den Liberalen als „abhängig vom Tropf deutscher Steuerzahler“ diskreditiert werden (was allesamt in Italien durchaus wahrgenommen und aufmerksam vermerkt wird), wurde in Rom ein erstaunlich unaufgeregtes und kompetentes Bild einer künftigen Regierung gegeben, das Meilen von deutschen (und Brüsseler) Zerrbildern entfernt war.

Sicher: In Anbetracht der hohen Instabilität italienischer Regierungen darf man die Erwartungen sicherlich nicht zu hochschrauben, und zudem bestehen zwischen Meloni, Salvini und Berlusconi nicht nur machtpolitische, sondern auch ideologische Unterschiede, die man nicht kleinreden sollte. Vereint scheinen sie aber gegenwärtig alle von dem Wunsch, das sich eröffnende Zeitfenster nicht zu verspielen und bei der Regierungsbildung einen Kompromiss zu finden, der die Mitstreiter nicht nur einige Monate personalpolitisch versorgt, sondern den fundamentalen und in die entscheidende Phase eintretenden Kulturkampf nachhaltig mitzubestimmen vermag: für Italien – und auch für ganz Europa.

https://europeanconservative.com/articles/the-european-conservative/italian-conservatism-event/

Bildquelle:

  • Italian_Conservative: david engels
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