Hurra! Es gibt wieder eine neue Partei – schauen wir uns das mal an

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Liebe Leserinnen und Leser,

in Berlin wird sich am Dienstag eine neue Partei vorstellen, die die konservative Repräsentationslücke zwischen Union und AfD schließen und ein Angebot an enttäuschte bürgerliche Wähler machen möchte. An Wähler, zu denen ich mich auch zähle.

Seit meiner Jugend war die CDU über Jahrzehnte „meine Partei“, Friedrich Merz meine letzte Hoffnung. Aber die ist vorbei. Seit er – mit falschen Worten – letztens das Richtige gesagt hat und dann sofort eingeknickt ist, als die Grünen das doof fanden.

Und die FDP? Die habe ich bei mehreren Wahlen hintereinander gewählt…aus Verzweiflung. Weil ich Merkel-CDU nicht mehr, aber die AfD auch nicht wählen wollte, wegen des dumpfrechten Geflügelhofs um den „Prediger“ in Thüringen. Aber die FDP ist für mich eine einzige Enttäuschung inzwischen, obwohl sie in der Corona-Krise richtig gut hätte performen können, wie man das in der Hauptstadt nennt. Und bei den Koalitionsverhandlungen vor 5 Jahren in Düsseldorf hat die FDP gedrängt und durchgesetzt, dass unsere Kinder in Kitas und Grundschulen über „sexuelle Vielfalt“ belehrt werden müssen, ist diese Partei für mich auch durch.

Und dann die AfD? Zeitweise eine echte Alternative mit guten, klugen, bürgerlichen Leuten im Bundestag und an die Parteispitze. Seit dem Parteitagsbeschluss der AfD, nach dem Deutschland aus der EU austreten soll, und vor allem seit dem erbärmlichen Anpassungskurs gegenüber Russland und der Unfähigkeit, Putin als das zu benennen, was er offenkundig ist, muss man auf meine Stimme dort leider verzichten. Wird den Kämpfern in Ostdeutschland auch egal sein, die kämpfen tapfer weiter „gegen Amerika“. Egal, macht, was Ihr wollt. Freies Land und so…

Also, eine neue Partei rechts der Union, „aber normal“, wie die AfD das bei der Bundestagswahl so schön genannt hat, das wäre was für mich.

Ich kenne einige der Leute, die da am Dienstag an den Start gehen, persönlich. Gute Leute, Patrioten, beseelt davon, etwas für Deutschland zu tun, den Kurs zu verändern, anschlussfähig zu werden für neue Mehrheiten. Und ja, das wäre schön: Aber ich habe Zeit meines Lebens immer wieder gesehen, wie das läuft, weil sich immer wieder auch Glücksritter anhängen, die schon in fünf, sechs anderen Parteien vorher waren. Weil es immer wieder die gleichen Gesichter sind, die bei sowas zusammenkommen. und wenn sich 15 Kleinparteien irgendwo treffen, die noch nie bei irgendeiner Wahl irgendwas Nennenswertes „gerissen haben“, dann ist das reine Addieren der Erfolglosen kein Erfolgsrezept für die Zukunft.

Es ist spannend, und ich werde mir das anschauen, was da am Dienstag kommt. Ergebnisoffen. Anders als in einer österreichischen Gazette neulich kolportiert bin ich übrigens überhaupt nicht involviert in das Projekt, aber jeder, der etwas unternimmt, um die Politik in Deutschland auf eine andere Bahn zu bringen hat eine gewisse Grundsympathie bei mir.

Wenn Dienstag vorbei ist, dann schreibe ich für Sie, wie ich es fand in Berlin. Versprochen!

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Klaus Kelle

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.