Leverkusen spielt nächstes Jahr Europa League

Der Leverkusener Jeremie Frimpong (r) im Zweikampf mit Eduard Sobol. Foto: Marius Becker/dpa
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von THOMAS EßER

LEVERKUSEN – Der Jubel auf den Leverkusener Rängen fiel beim Abpfiff nur verhalten aus. Krisenclub Bayer 04 hat sich mit einem dürftigen 0:0 gegen den FC Brügge zum internationalen Überwintern gezittert.

Die fußballerisch erneut wenig überzeugenden Rheinländer profitierten am letzten Spieltag der Champions-League-Gruppenphase vom 2:1-Sieg des FC Porto gegen Atlético Madrid und zogen noch an den Spaniern vorbei auf Platz drei. Im neuen Jahr darf Bayer 04 in der Zwischenrunde der Europa League weiterspielen. Um dort und in der Fußball-Bundesliga zu bestehen, muss sich der Tabellen-16. allerdings deutlich steigern. Die Mannschaft von Trainer Xabi Alonso rief ihr spielerisches Potenzial vor 30.210 Zuschauern nur selten in Ansätzen ab.

«Wir haben das Minimalziel erreicht. Wenn die Spiele im Februar losgehen, sind wir dabei. Darüber sind wir froh, gerade in der aktuell schwierigen Phase», sagte Bayer-Kapitän Lukas Hradecky.

Frische Kräfte

Trainer Alonso setzte nach dem 0:2 gegen RB Leipzig am Samstag auf frische Kräfte und veränderte seine Anfangsformation gleich sechsmal. Im Sturmzentrum feierte der wieder genesene Patrik Schick sein Startelf-Comeback. Die erste Chance für Bayer 04 hatte aber nicht der Tscheche, sondern Jeremie Frimpong. Der Außenbahnspieler rückte geschickt ein, traf den Ball nach einer Flanke aus aussichtsreicher Position aber nicht richtig (6.).

Leverkusen war sichtlich um Spielkontrolle und variables Angriffsspiel bemüht. Die Offensivversuche der Werkself verpufften jedoch zumeist, weil die Pässe entweder zu ungenau waren oder das nötige Tempo bei eigenem Ballbesitz fehlte. Alonso, unter dem Bayer 04 in vier Bundesligaspielen erst ein Sieg gelang, fieberte an der Seitenlinie gestenreich mit. Der Spanier zeigte seinen Spielern immer wieder an, was sie zu tun hatten und nutzte dafür seine komplette Coachingzone. Teilweise sah es so aus, als würde er die Zweikämpfe am liebsten selbst führen.

Spielerisch sah der 40-Jährige von seiner Mannschaft lange wenig Erbauliches. Brügge kam immer besser in die Partie und es dauerte bis zur 33. Minute, ehe sich die Leverkusener dem gegnerischen Tor erneut annäherten. Nach schönem Zuspiel von Callum Hudson-Odoi scheiterte Moussa Diaby aus spitzem Winkel an Gästetorwart Simon Mignolet. Auf der Gegenseite parierte Hradecky einen gefährlichen Flachschuss von Kamal Sowah (39.).

Unterstützung durch die Fans

Nach einem insgesamt schwachen ersten Durchgang gab es zur Pause Aufmunterung von den Fans. «Auf geht’s Bayer, kämpfen und siegen», schallte es aus der Kurve. Nach dem Seitenwechsel mussten die Anhänger sofort einen Schreckmoment überstehen. Es war noch keine Minute in Durchgang zwei gespielt, da donnerte Brügges Tajon Buchanan den Ball an die Latte des Leverkusener Tores. Kurz darauf hatte Schick die beste Bayer-Chance. Mignolet kratzte den Kopfstoß des 26-Jährigen jedoch stark aus dem Winkel.

Die Gastgeber wurden nun etwas besser und hatten eine kurze Druckphase. Mit starkem Abwehrverhalten verhinderte Brügge jedoch weitere Großchancen. Die Belgier zeigten mit einem ordentlichen Auswärtsspiel erneut, warum sie sich überraschend für das Achtelfinale des wichtigsten europäischen Club-Wettbewerbs qualifiziert haben – im Gegensatz zu Leverkusen. Bayer 04 hat nun sechs Pflichtspiele in Serie nicht gewonnen.

Bildquelle:

  • Bayer Leverkusen – FC Brügge: dpa
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