Öffentlich-rechtliche Grundversorgung: „Unbeschnittene Schwänze“ und so Sachen….

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Liebe Leserinnen und Leser,

der Verlust der Scham ist nach Ansicht des großen österreichischen Psychoanalytikers Sigmund Freund ein sicheres Anzeichen für beginnenden Schwachsinn. Freud hat eine ganze Epoche stark beeinflusst, und obwohl ich viele seiner Analysen keineswegs teile und insbesondere mit seiner Religionskritik natürlich hadere, hat er zweifellos Recht, dass der Mensch ganz wesentlich triebgesteuert ist.

Im Jahr 1889 stellte Freud fest, dass es in der menschlichen Seele etwas Unbewusstes gibt, das für unser Handeln verantwortlich ist. Freud behauptete, die menschliche Psyche bestehe aus drei Faktoren: dem Es, dem Ich und dem Über-Ich. Ich möchte mit Ihnen den Tag heute nur mit der Aussage des ersten Satzes beginnen, denn – da seien Sie versichert – Sigmund Freund war eine intellektuelle Wundertüte, dessen Reflektionen zur weiblichen Sexualität allein einer Betrachtung in dieser täglichen Kolumne wert wäre. Vermutlich müsste ich allerdings am Tag danach, nachdem ich eigene Gedanken zu seinen Gedanken zur Sexualität der Frau verfasst hätte, meinen Job als konservativer und katholischer Publizist an den Nagel hängen.

Aber dass der Mensch an sich stark von seinen Trieben geleitet wird, kann niemand ernsthaft bestreiten, und – für alle, die sich nicht mit Freud beschäftigt haben – ich rede dabei keineswegs ausschließlich von der Sexualität, wie Sie hoffentlich von mir auch erwarten.

Zurück nach einer fünfstündigen Zugfahrt von Berlin nach Hause, erreichte ich gestern kurz vor Mitternacht den Krefelder Hauptbahnhof, den ich – meine Stammleser wissen das – für den Ort halte, wo das berühmte „Thriller“-Video von Michael Jackson einst gedreht worden ist. Die Älteren wissen noch: da wo die Zombies im Nebel aus ihren düsteren Gräbern kriechen, um sich zu einer mitreißenden Tanzformation zu verbinden. Einfach nur Weltklasse. Aber immer wieder, wenn ich spätabends in Krefeld ankomme und mir Gestalten auf dem Bahnsteig entgegenstolpern,  denke ich: den kenne ich doch aus diesem „Thriller“-Video.

Aber gestern Abend passierte etwas anderes. Ich kam dieses Mal ohne Zombie-Attacke und Junkie-Anschnorre zu meinem Auto, setzte mich hinters Steuer und startete den Motor. Und es wurde noch viel schlimmer. Denn automatisch sprang der von mir auf 1 eingestellte Jugendsender 1Live an, über den ich Ihnen oft erzähle. Musik klasse, Moderatoren und jede Form von Wortbeiträgen das nackte Grauen.

Zwei, ich mag die nicht Moderatoren nennen, Laberköppe versuchten sich an Witzigkeit und das verbunden mit dem Thema Sexualität, nein, das trifft es auch nicht. Es war ordinäres Gelaber zweier grenzdebiler Sprecher für ein grenzdebiles Publikum, das unter Alkoholeinfluss stehen muss, um so etwas freiwillig anzuhören. Und ich bin in dieser Beurteilung ungewöhnlich zurückhaltend, selbst für meine Verhältnisse.

Diese beiden öffentlich-rechtlichen Mitarbeiter mit staatlichem Grundversorgungsauftrag belästigten mich – und ich bitte die zartbesaiteten Leser unter Ihnen jetzt auszusteigen hier – mit ihrer Ansicht über – Sie erlauben, dass ich zitiere, Euer Ehren! – mit „schrumpeligen Schwänzen“ und dass sie der Ansicht seien – wieder wörtlich in der von Ihnen finanzierten Grundversorgungsanstalt – das „alle Schwänze eklig aussehen, die nicht beschnitten sind“.

Nochmal, das ist nicht meine Ausdrucksweise, aber ich finde, wenn Sie die sogenannte „Demokratieabgabe“ entrichten, dann haben Sie auch das Recht, zu erfahren, was Sie dafür bekommen. Ich weiß, die meisten von Ihnen frühstücken gleich noch, deshalb will ich mich mit der Beschreibung, was dort im öffentlich-rechtlichen Staatsrundfunk nachts gesendet wird auf Ihre Kosten, nicht zu ausführlich beschäftigen. Aber, besonders geschmacklos, ein „Kalauer“, dass wenn der eine sich einer Schönheitsoperation unter Vollnarkose unterziehen wolle, der andere dabei sein möchte, um dem Kollegen dann, wenn er unter Narkose operiert wird, – O-Ton – „den Finger in den Arsch stecken“ möchte und ihm – wenn er dann wieder aufwache – den Finger hinhalten und ihn nach der Narkose mit den Worten „riech mal!“ begrüßen will.

„Der Verlust der Scham ist ein sicheres Anzeichen für beginnenden Schwachsinn…“ Denken Sie nochmal darüber nach“ Freud hat absolut Recht. Nur: Warum ist die Förderung von ordinärem Schwachsinn in Deutschland Staatsaufgabe?

Nun zu den entscheidenden Punkten: Warum müssen wir alle diesen Dreck mit Zwangsgebühren finanzieren? Was machen eigentlich die Chefredakteure und Programmverantwortlichen beruflich? Wann kümmern sich die Partei-Leute und Vertreter wichtiger gesellschaftlicher Gruppen in den Rundfunkräten mit diesem  Müll für das unterste Prekariat in solchen Sendungen? Und wer schickt diese beiden Hanseln am Mikrofon zurück in irgendeine Produktion, Rasenmähen mit der Nagefeile, Klos putzen auf einem deutschen Autobahn-WC?

Haben sich die Gründer des öffentlich-rechtlichen Systems 1946 diesen Müll vorgestellt, als die das Grundversorgungssystem für unser geschundenes Volk erfanden, das im Elend der Nachkriegszeit ums nackte Überleben kämpfte?

Das ganze Öffentlich-Rechtliche System muss abgeschafft werden. Information, Unterhaltung, Kultur – das alles geht auch ohne Staat, und besser. ARD, ZDR und ihre medialen Beiboote, das Deutschlandradio – schaltet diesen ganzen Müll ab! Ersatzlos, morgen früh! Und alle Medienschaffenden, die mehr als 8000 brutto im Monat einstecken – raus und einsetzen zur Spargelernte! Ich kann diesen dümmlichen Schwachsinn nicht mehr ertragen…

Mit entschlossenen Grüßen,

Ihr Klaus Kelle

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.