ÖVP von Kanzler Nehamer erlebt bei Tirol-Wahl Debakel

Bedröppelte Mienen bei der ÖVP (im Bild: der Abgeordnete Franz Hörl): Die Konservativen verlieren in Tirol wohl zweistellig. Foto: Roland Schlager/APA/dpa
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INNSBRUCK – In Österreich hat die konservative ÖVP bei der Landtagswahl in Tirol ein Debakel erlebt. Die Partei von Kanzler Karl Nehamer stürzte laut Hochrechnungen im Vergleich zur letzten Wahl 2018 um rund zehn Prozentpunkte auf ein historisches Tief von 34,5 Prozent. Ihr bisher schlechteste Ergebnis in Tirol lag bei 39,3 Prozent.

Die sozialdemokratische SPÖ und die rechte FPÖ verzeichnen Stimmengewinne und können den Wahl-Experten zufolge mit jeweils rund 19 Prozent rechnen. Die liberalen Neos sehen die Hochrechnungen bei rund sechs Prozent, die Liste Fritz bei zehn Prozent. Die Grünen, aktuell Koalitionspartner der ÖVP, kommen nach diesen Angaben auf rund acht Prozent.

ÖVP-Spitzenkandidat Anton Mattle hatte im Wahlkampf eine Koalition mit der FPÖ ausgeschlossen. Der 59-jährige Wirtschaftsminister des Bundeslands hatte mit einem eher geringen Bekanntheitsgrad zu kämpfen. Der langjährige Ministerpräsident Günther Platter hat seinen Posten erst mit der Wahl abgegeben. Dadurch fehlte Mattle ein etwaiger Amtsbonus.

Korruptionsermittlungen schaden dem Image der Partei

Die ÖVP in Tirol spürte auch bundespolitisch Gegenwind. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen Korruptionsvorwürfen gegen ehemalige ÖVP-Spitzenpolitiker trüben das Image der Partei.

Die ÖVP stellt in Tirol seit 77 Jahren den Ministerpräsidenten. Die Landtagswahl in Tirol ist Auftakt einer Wahlserie in Österreich. Am 9. Oktober wird der Bundespräsident gewählt. 2023 folgen drei weitere Landtagswahlen.

Bildquelle:

  • Landtagswahl in Tirol: dpa
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