Präsident Trump zieht ganz eigene 100-Tage-Bilanz und lästert über Washingtons Medien und Hollywood

Voller Eigenlob: US-Präsident Donald Trump spricht in Harrisburg während einer Großveranstaltung im Pennsylvania Farm Show Complex und Expo Center. Foto: Carolyn Kaster
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Harrisburg/Washington – US-Präsident Donald Trump hat sich selbst für seine ersten 100 Tage im Amt eine ausgezeichnete Arbeit bescheinigt und zu einem erneuten Generalangriff auf die Medien ausgeholt.

Seine Regierung habe ein Wahlversprechen nach dem anderen eingelöst, sagte er am Samstagabend (Ortszeit) in Harrisburg. Er warf  Journalisten vor, die Bilanz absichtlich zu verzerren und absichtlich schlecht über ihn zu berichten.

Trump hatte sich bewusst dafür entschieden, am Abend eine Großveranstaltung in Pennsylvania abzuhalten und dem traditionellen Galadinner der Hauptstadtpresse fernzubleiben. Sein 100. Amtstag wurde in Washington und anderen Städten von Protesten mehrere Tausend Menschen begleitet.

Vor seinen Anhängern sagte Trump, zu seinen Erfolgen in den ersten Wochen zähle die Benennung des konservativen Juristen Neil Gorsuch als Richter am Supreme Court, der Rückzug aus dem transpazifischen Handelsabkommen TPP sowie ein Dekret, mit dem er zentrale Klimaschutzbestimmungen aufgeweicht hatte, um die Kohleindustrie zu stärken.

Vor der Kundgebung in Pennsylvania unterzeichnete Trump einen weiteren Erlass. Darin beauftragte er das Handelsministerium, alle Handelsabkommen auf mögliche Vertragsverletzungen zu untersuchen.

Zu Beginn der Rede teilte er kräftig gegen die Presse aus. «Medienunternehmen wie CNN und MSNBC sind Fake News», sagte er. Wenn er die Arbeit der Medien bewerten müsste, würde er ihnen schlechte Noten geben.

Der Präsident spottete auch über das zur gleichen Zeit stattfindende Galadinner der Journalisten, die über das Weiße Haus berichten. «In einem Hotel-Ballsaal in unserer Hauptstadt hat sich gerade eine große Gruppe von Hollywood-Schauspielern und Washingtoner Medien versammelt, um sich zu trösten», sagte Trump. Er sei froh, dass er nicht dort sei. Trump ist der erste Präsident seit 36 Jahren, der dieser traditionellen Veranstaltung fernbleibt.

Die Organisatoren der Veranstaltungen wehrten sich gegen Trumps Kritik. «Wir sind keine Fake News, wir sind keine gescheiterten Medienunternehmen und wir sind nicht die Feinde des Volkes», sagte der Reuters-Journalist Jeff Mason, der Vorsitzender der White House Correspondents‘ Association» (WHCA) ist. «Ein Angriff auf einen von uns ist ein Angriff auf uns alle», fügte er hinzu.

Trump hatte Medien wie die «New York Times» oder CNN immer wieder in Teils rüder Form attackiert, dann wieder lobte er einzelne Journalisten. Der Präsident scheute die Begegnung mit der Presse auch nicht. In den vergangenen Tagen gab er mehrere Interviews.

Die Bilanz seiner ersten Wochen im Weißen Haus fällt durchwachsen aus. Wichtige Vorhaben des Republikaners – die Abschaffung der Gesundheitsversorgung Obamacare und ein Einreiseverbot – scheiterten bislang. Die Finanzierung der Mauer an der Grenze zu Mexiko, seinem Prestigeobjekt, ist unklar. Die zahlreichen Dekrete, die er unterzeichnete, enthalten in vielen Fällen nur Prüfaufträge an die Ministerien.

 

Bildquelle:

  • Donald Trump: dpa
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