Russland: Erste Wahllokale geschlossen – Hoffnung bei den Kremlgegnern

Zwei Wahlhelfer stehen neben einer Frau, die auf den Stufen vor einem Haus sitzt und Dokumente ausfüllt. Foto: Evgeniy Sofiychuk/AP/dpa
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MOSKAU – Bei der Wahl einer neuen Staatsduma in Russland haben die Wahllokale im äußersten Osten des flächenmäßig größten Landes der Erde geschlossen und es wurde mit der Auszählung der Stimmen begonnen.

Unterstützer des inhaftierten Kremlgegners Alexej Nawalny machten sich mit Blick auf erste ausgezählte Ergebnisse Hoffnungen auf einen Erfolg ihres Aufrufs zur Protestwahl gegen die Kremlpartei Geeintes Russland. Demnach lagen dort nach Auszählung der ersten Stimmen vereinzelt Bewerber der Kommunisten vor der Regierungspartei – wie etwa in Chabarowsk. Belastbar waren diese Ergebnisse aber nicht.

In Chabarowsk wurde nach den Massenprotesten gegen den Kreml im vergangenen Jahr auch ein neuer Gouverneur gewählt. Dort konnte sich Interims-Gouverneur Michail Degtjarjow von der rechtspopulistischen Partei LDPR Hoffnungen auf einen Sieg machen. Er hatte den unter anderem wegen Mordes angeklagten beliebten Gouverneur Sergej Furgal abgelöst, der weiter auf seinen Prozess wartet. Furgal war beim Kreml in Ungnade gefallen – seine Festnahme hatte Massenproteste ausgelöst. Zehntausende Chabarowsker unterstützten ihn im vergangenen Jahr.

Die Parlaments- und Regionalwahlen sollten nach drei Tagen am Sonntag enden – zuletzt um 20.00 Uhr MESZ in der Ostseeregion Kaliningrad (früher nördliches Ostpreußen um Königsberg). 14 Parteien stellen sich zur Wahl des neuen Parlaments. Gewählt werden 450 Abgeordnete. In Russland und im Ausland sind rund 110 Millionen Menschen aufgerufen, die neue Staatsduma zu wählen. Die Wahlbeteiligung wurde mit etwas über 40 Prozent bis zum frühen Nachmittag angegeben.

Bildquelle:

  • Parlamentswahl in Russland: dpa
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