Linke haben das Demonstrieren in der DNA – wir müssen auch viel Flagge zeigen

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Liebe Leserinnen und Leser,

ein linksextremer Mob hat gestern im Leipziger Problemstadtteil Connewitz randaliert, ganz normales Wochenende. Sachsen ist ja an sich ein unbestreitbar schönes Bundesland, und als Außenstehender fragt man sich unwillkürlich, was da in Connewitz eigentlich los ist. Warum freuen sich die Leute in Leipzig nicht einfach an ihrer wunderbaren Stadt und genießen das Leben? Warum Krawall und Hass, Angriff gegen diesen verhassten Staat, der auch ihre Stadt ist, ohne dass sie das begreifen?

Gut, die AfD in sachsen wird jetzt wohl die 30 Prozent Schaffen kommende Woche. Danke, Connewitz! Toll gemacht!

Raus auf die Straße, bisschen Randale, meistens aber friedlich demonstrieren für das Klima, den Weltfrieden, freie Busfahrten oder die Enteignung „der Reichen“ – Linke haben das irgendwie in den DNA. Da gibts einen Aufruf, und dann sind sie halt da. Mit Kind und Kegel, schnell ein altes Bettlaken mit Farbe zu einer politischen Aussage umgewandelt und dann raus zum revolutionären 1. Mai, 16. Juli oder 22. September. Irgendein Gedenktag für einen verdienten Genossen ist immer. Linke Demo, das ist so Happening für Leute, die nicht zum Schützenfest oder Karneval wollen, die das verhasste Bürgerliche unbedingt ignorieren und ihr eigenes Ding machen wollen.

Ich weiß nicht, warum so etwas Bürgerliche nicht hinbekommen, Rechte können das, wie der immer noch anhaltende Zulauf zu Pegida – auch in Sachsen – zeigt. Aber anderswo in Deutschland?

Ein paar Tausend Menschen demonstrierten gestern in Berlin für Lebensschutz, gegen Abtreibung und Strebehilfe. Jedes Jahr kommen Pro Lifer aus allen Teilen Deutschland in die Hauptstadt und rufen beim Publikum vor allem zwei Reaktionen vor: Hass und Ablehnung auf der einen und Unverständnis auf der anderen Seite. Ich war beim „Marsch für das Leben“ auch schon dabei, und es ist eine wirklich großartige Veranstaltung aus der Mitte der Gesellschaft. Ich empfehle jedem, dort mal hinzufahren, nächstes Jahr wieder im September. Gleichgesinnte treffen ist immer schön, Flagge zeigen notwendig, aber interessant ist vor allem, den Hass der Anderen zu erleben. Es ist nicht wirklich gefährlich, die Polizei hat das immer gut unter Kontrolle, aber Sie müssen das mal selbst erleben, die verzerrten Gesichter der dummen Kinder, die sinnfreien Sprechchöre, die Bereitschaft, jedem radikalen Schwachsinn gehorsam zu folgen – wie damals -, wenn es nur „gegen das System“ ist, gegen das Kapital, gegen den Autofahrer und die Kirchen. Irgendwas findet sich schon.

Ich war gestern beim Generalkapitel des Tempelritterordens in Erfurt. Immer eine sehr inspirierende Veranstaltung, gehaltvoll, brüderlich, ein Männer-Verein natürlich. Die historischen Templer kannten halt keine „Ritterinnen“, auch wenn das der örtlichen Gleichstellungsbeauftragten nicht passt. Weil das Wetter schön war, zogen wir mit einem paar Dutzend Ordensbrüdern in wehenden weißen Mänteln mit dem roten Tatzenkreuz drauf durch die Stadt, Kreuz vorneweg, vorbei an Biergärten, Kinderspielplätzen und Einkaufsbummlern zur Kirche, um Gottesdienst zu feiern. Ich bin sicher, viele der zufällig vorbeiflanierenden Passanten waren sicher, sie erlebten eine Invasion von Außerirdischen.

Und genau deshalb müssen auch wir, Leute aus der Mitte, Christen, meinetwegen die Freiwillige Feuerwehr viel mehr raus auf die Straßen und den unbedarften „Zuschauenden“ zeigen, das es nicht nur den linksradikalen „Schwarzen Block“ gibt, sondern auch noch einen ganz anderen schwarzen Block. Unseren nämlich!

Einen schönen Sonntag wünscht Ihnen

Ihr Klaus Kelle

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.