Russland will vorerst keine Staatsanleihen begeben

Die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat die Kreditwürdigkeit Russlands abermals abgestuft. Foto: Bai Xueqi/XinHua/dpa
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MOSKAU/FRANKFURT – Der russische Staat will angesichts der Wirtschaftssanktionen wegen des Ukraine-Kriegs vorerst keine Staatsanleihen mehr begeben.

In einem in der Nacht zum Montag veröffentlichten Interview mit der Tageszeitung «Iswestija» kündigte der russische Wirtschaftsminister Anton Siluanow an, dass im weiteren Verlauf des Jahres keine Anleihen platziert werden. Nach Einschätzung des Ministers reichen die Einnahmen unter anderem aus dem Verkauf von Öl und Gas aus, um die laufenden Ausgaben des Staates zu decken.

Der Minister verwies auf die hohen Kosten, die derzeit mit einer weiteren Schuldenaufnahme für den russischen Staat verbunden wären. Eine solche Maßnahme mache keinen Sinn, denn die Kosten «wären astronomisch». Damit bezog sich Siluanow vermutlich auf die hohen Zinsen, die der russische Staat derzeit bieten müsste. Darüber hinaus ist Russland aufgrund westlicher Sanktionen von einem großen Teil der Finanzwelt ausgeschlossen, was den Käuferkreis stark einschränkte.

Kreditwürdigkeit Russlands erneut abgestuft

Am Wochenende hat die US-Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) die Kreditwürdigkeit Russlands abermals abgestuft und die Bewertung auf «Selective Default» gesenkt. Damit wird ein teilweiser Zahlungsausfall gekennzeichnet. Zuvor hatte Russland, dessen Devisenreserven wegen der westlichen Sanktionen weitgehend blockiert sind, die Rückzahlung von zwei Anleihen in Rubel und nicht wie vorgesehen in Dollar beglichen.

Mit der Abstufung hat S&P darüber hinaus die Bewertung der russischen Kreditwürdigkeit eingestellt. Zuvor hatten bereits die beiden anderen führenden Ratingagenturen Moody’s und Fitch die Bewertungen des Landes eingestellt. Hintergrund sind Sanktionen der Europäische Union, die es den Agenturen verbieten, die Kreditwürdigkeit Russlands künftig zu bewerten.

Bildquelle:

  • Russische Rubel: dpa
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