Sozialismus als Modell für die Zukunft? Habt Ihr noch alle Latten auf dem Zaun?

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Liebe Leserinnen und Leser,

«Eine zunehmende Zahl von Mietern kann die Miete nur noch schwer oder gar nicht bezahlen». Das hat gestern ein „Verbandspräsident“ der Bau- und Wohnungsbranche beklagt. „Verbandspräsident“…das muss man mal ein bisschen auf sich wirken lassen, finde ich. Vielleicht sollte ich „Redaktionspräsident“ auf meine Visitenkarte drucken lassen…

Nein, ernsthaft, die Wohnungsnot in den Ballungszentren ist zweifellos für viele Menschen in Deutschland ein großes Problem. Man fragt sich, warum das eigentlich so ist. Es gibt Nachfrage nach Wohnraum, es gibt Investoren, die Wohnraum schaffen – so what? Der Markt könnte es regeln. Es ist erst die Politik, die in das System reinpfuscht und verhindert, dass das Problem geregelt wird – ich denke ernsthaft, ohne dass der Staat überhaopt eingreifen muss. Aber überall, wo Ideologen an der Macht sind, funktioniert das halt nicht.

Nehmen wir den früheren Juso-Chef Kevin Kühnert, die große Nachwuchshoffnung einer über Jahrzehnte bedeutenden politischen Kraft in Deutschland. Nur, wer Kevin Kühnert als den Rettungsanker für die Zukunft der stolzen großen Arbeiterpartei eines Kurt Schumacher, Erich Ollenhauer, Willy Brandt und auch eines Oskar Lafontaine oder Gerhard Schröder ansieht, der kann ermessen, wie schlimm es um diese Partei heute wirklich steht. Gut, vielleicht im direkten Vergleich mit dem derzeitigen Führungsduo an der Spitze der SPD? O.k., da könnte auch ich mich für Kevin Kühnert erwärmen, dessen Liebe zum Sportclub der Ostwestfalen wir ja sowieso teilen. Wahrscheinlich das Einzige…

Im Jahr 2019 sagte der Hoffnungsträger Kühnert: “Ohne Kollektivierung ist eine Überwindung des Kapitalismus nicht denkbar.”

Das stimmt. Aber wer sagt überhaupt, dass wir den Kapitalismus überwinden wollen? Der Kapitalismus, das Streben nach Gewinn und materiellem Wohlstand, hat die Menschheit immer weiter voran gebracht, hat den Lebensstandard so vieler Menschen rund um den Globus deutlich erhöht, und hat in Drittweltländern und den früheren Ländern des sozialistischen Blocks auch deutliche Verbesserungen bei den Menschenrechten gebracht.

Der Kapitalismus ist sicher nicht perfekt, man muss an ihm arbeiten, so wie wir es hier in Deutschland nach dem verheerenden Weltkrieg in der Stunde Null mit der Einführung der Sozialen Marktwirtschaft gemacht haben. Mit Arbeitnehmerrechten, Tarifverträgen, Mindestlöhnen und betrieblicher Mitbestimmung. Aber Leute, ich bitte Euch! Sozialismus als Modell für die Zukunft? Das ist grotesk.

Noch nie hat Sozialismus irgendwo funktioniert, wirklich noch nie. Weil kollektivistische Gesellschaftsmodelle der Natur des Menschen widersprechen von Grund auf. Nicht das Kollektiv garantiert ein glückliches Leben, sondern nur individuelle Freiheit. Das Recht zu tun und zu lassen, was man will, so lange man niemandem schadet. Das ist es doch. Oder was spricht dagegen?

Wir haben es seit Lenin immer wieder gesehen in der freudlosen Variante der osteuropäischen „Bruderstaaten“, ob in Afrika, in Südamerika – Sozialismus ist ein Totalflopp, selbst wenn wie in Venezuela und Kuba viel Sonne über der Armut und Unfreiheit scheint. Kollektivistische Systeme enden immer in der Unfreiheit. Immer. Und kommen Sie mir bloß nicht mit China, weil die Partei dort noch „kommunistisch“ heißt und weil sie jeden überwachen und einsperren, der auch nur anders denkt. China ist erst erfolgreich, seit man auch dort Milliardäre hat, weil es dort auch Eigentumswohnungen zu kaufen gibt und durch die Zentren der Städte Luxuskarossen made in Germany in Hülle und Fülle rauschen.

Sozialismus ist Müll, und es macht mich traurig, dass es manche Landsleute in Ostdeutschland gibt, die heute an einer Art Stockholm Syndrom leiden. Und bevor das mit Ossis und Wessis wieder losgeht: Viele Landsleute West sind ja nicht besser, wenn man zum Beispiel das Wahlverhalten der Menschen in unserer Hauptstadt betrachtet. Der großartige Kabarettist Dieter Nuhr hat das mal in einer seiner Sendungen – unfassbar, dass er noch unter öffentlich-rechtliche Duldung existiert, nachdem er Fräulein Greta aus Schweden und ihren Kinderkreuzzug fürs Weltklima so beschrieben hat, wie es ist. „Ich werde – weil meine Tochter zu den Freitags-Demos geht – im Kinderzimmer nicht mehr heizen.“ Ich liebe die Scharfzüngigkeit dieses Mannes. Als unbotmäßiger „Tatort“-Kommissar wäre er jetzt wahrscheinlich schon raus. Als Hofnarr der Staatssendeanstalten duldet man ihn zumindest noch.

Also in einer seiner wunderbaren Sendungen, die ich mir bestimmt schon vier, fünf Mal angeschaut habe, beschreibt er, warum der rot-rot-grüne Senat immer wieder gewählt wird in Berlin. Und das geht so: Viele Berliner brauchen mehr Wohnungen. Und weil es viele Wohnbauunternehmen gibt, die Wohnungen schaffen würden, um die Nachfrage zu befriedigen, weist der ökosozialistische Senat von Herrn Müller einfach immer wenige Bauflächen aus und erteilt keine Baugenehmigungen. So bleibt die Unzufriedenheit weiter hoch, was dazu führt, dass die Berliner in großer Mehrheit immer wieder Rote und Grüne wählen, weil die ja für die Sorgen und Nöte der kleinen Leute und der Armen zu kämpfen behaupten. Und die anderen Parteien, die zur Auswahl stehen, sind ja entweder Kapitalisten, die – böse, böse – mit ihrer Tätigkeit Geld verdienen wollen oder neuerdings auch noch eine, die ganz schlimm rechts und deshalb unwählbar ist.

In meinen Worten: Die, die Wohnungen schaffen könnten, wählt man nicht, weil sie böse sind. Die Rechten wählt man nicht, weil…sie rechts sind. Nein, man geht mit energischem Schritt an die Wahlurnen, und wählt die total Unfähigen, weil die für den Sozialismus und somit per se die Guten sind. Völlig irre, was in dieser Stadt abgeht.

Und ab September steht uns dieses Szenario für ganz Deutschland bevor. Fangen Sie am besten an, schon mal das Nötigste zusammenzupacken!

Herzliche Grüße,

Ihr Klaus Kelle

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.