US-Spezialkommando entert und übernimmt Russen-Frachter im Nordatlantik

Hubschrauber der US-Marine verfolgen den Frachter "Marinera" (Symbolbild

WASHINGTON/LONDON – US-Marines haben in einer Kommandoaktion im Nordatlantik vor der Küste Islands den unter russischer Flagge fahrenden Öltanker „Marinera“ geentert und unter ihre Kontrolle gebracht. Soeben meldet Reuters, dass die amerikanische Marine in der Karibik den sanktionierten Ölfrachter „Sophia“ der russischen Schattenflotte ebenfalls geentert hat.

Die beiden Tanker seien gesichert, teilte ein US-Beamter der „Washington Post“ mit: „US-Bundesbeamte der Strafverfolgungsbehörden befinden sich derzeit an Bord.“ Man habe die Frachter „wegen Verstößen gegen US-Sanktionen beschlagnahmt“. Während des Einsatzes gegen die „Marinera“ waren ein russisches Kriegsschiff und ein U-Boot in der Nähe, griffen aber nicht ein.

Der aus Venezuela hastig abgereiste Tanker, der eigentlich den Namen „Bella-1“ trägt und unter guyanischer Flagge fährt, wurde seit Tagen – wie andere Schiffe der russischen „Schattenflotte“ auch – von der US-Küstenwache und dem US-Militär verfolgt. Die USA entsandten zur Unterstützung P-8 Poseidon „U-Boot-Jäger“-Flugzeuge und Lockheed AC-130J Kampfflugzeuge in die Region.

„Die Blockade von sanktioniertem und illegalem venezolanischem Öl bleibt in voller Wirkung – überall auf der Welt“, teilte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth auf X mit. Die „Marinera“ sollte ursprünglich auf ihrer aktuellen Fahrt in Venezuela Öl laden. Das russische Außenministerium erklärte, es beobachte die Verfolgung des Tankers durch die USA „mit Sorge“. Das Schiff befinde sich in internationalen Gewässern und handele im Einklang mit dem internationalen Seerecht. Der Kreml forderte die westlichen Länder auf, das Recht des Schiffs auf freie Schifffahrt zu respektieren.

Tatsächlich hatte der Tanker eine US-Seeblockade durchbrochen und sich den zwei Wochen andauernden Versuchen der US-Küstenwache widersetzt, an Bord zu gehen. Und erst seit diesem Zeitpunkt habe sich das Schiff plötzlich unter russischer Flagge registriert.

Das Schiff steht seit 2024 wegen Verbindungen zum Iran und zur libanesischen Hisbollah-Miliz unter US-Sanktionen. Es wurde bereits seit dem 21. Dezember von der US-Küstenwache verfolgt. Ende des Jahres malte die Crew Berichten zufolge eine russische Flagge auf den Schiffsrumpf.

Bildquelle:

  • Frachter_Marinera: adobe.stocvk / KI generiert

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