Was macht die Deutsche Umwelthilfe (DUH) eigentlich so mit ihrem vielen Geld?

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von DIETRICH KANTEL

BERLIN – Ein Klein-Verein mischt Deutschland seit Jahren auf: Die „Deutsche Umwelthilfe e.V.“ (DUH). Hat gerade mal 443 Mitglieder, verklagt wie im Rausch Städte wegen schlechter Luft (Stickoxyde, Feinstaub), verlangt Diesel-Fahrverbote ohne tragende Beweise über Ursächlichkeiten. Opfer sind reihenweise abgemahnte Unternehmen (die einfach kneifen) wie auch Millionen Endverbraucher, bekannt auch als Autofahrer. Jetzt wurde bekannt, dass der E-Autobauer Tesla mit der DUH kooperiert. Wegen stockender Baugenehmigungen für die Giga-Fabrik nahe Berlin. Autogegner-Verein macht sich gemein mit Autobauer? Das provoziert einen Blick ins Innere des Vereins. Denn der streicht gerne Industriespenden ein. Die wirken jedoch eher erzwungen.

Geschäftsmodell zur Selbstversorgung?

1975 wurde die DUH gegründet, um Spenden für Vogelschutz am Bodensee zu sammeln. Besonderheit aber: die DUH sollte auch Spenden von Unternehmen einsammeln. Und an den BUND e.V. durchreichen. Denn dessen Politik war es, als Graswurzelbewegung keine Industriespenden anzunehmen. Die kamen dann jetzt einfach über den Umweg DUH. Sehr clever. Hat auch niemand gemerkt. 43 Jahre später: Der Verein hat heute gerade einmal 443 Mitglieder. Bewegt aber über 10 Millionen Euro im Jahr.

Nach ehrenamtlichen Anfängen dümpelte der Verein etliche Jahre vor sich hin. Das änderte sich, als der heutige Geschäftsführer Jürgen Resch, Hobby-Ornithologe und abgebrochener Student, 1988 einen bezahlten Job brauchte und beschloss, in der DUH hauptamtlich mitzumischen. Hatte der Verein dann 2001 sechs angestellte Mitarbeiter bei Einnahmen von rund 2,4 Millionen Euro, sind es heute beachtliche 113 Hauptamtliche, davon vier „Bundesgeschäftsführer“ bei Jahreseinnahmen von zuletzt 10,7 Millionen Euro und nur 443 Mitgliedern. Überschneidungen von Mitgliedschaft und Bezahl-Job liegen auf der Hand. Es lohnt der Blick auf andere Umweltorganisationen:

BUND: 467.000 Mitglieder, Jahreseinnahme 36 Mio. Euro, 118 bezahlte Mitarbeiter.
NABU: 720.000 Mitglieder, 55 Millionen Euro Income, 244 Mitarbeiter.
WWF Deutschland: (allerdings eine Stiftung) 338 Angestellte bei 92 Millionen Euro / Jahr.

Grün angestrichener Abmahnverein mit Auftragsspitzeln?

Eine der Haupteinnahmequellen neben Zuwendungen aus Steuermitteln und Spenden sind, dank des Geschäftsmodells des Hobbyornithologen Resch, Einnahmen aus Abmahnungen. Mindestens fünf hauptamtliche Kräfte kümmern sich darum. Sie durchforsten das Internet auf Verstöße gegen Vorschriften des Verbraucherschutzes. Auch zwei Außendienstler sind im Einsatz. Sie schnüffeln durch mittelständige Autohäuser oder auch Geschäfte des Einzelhandels nach „Verstößen“. Dann kommt die Abmahnung. Diese Einnahmequelle nennt die DUH in euphemistisch „ökologische Marktüberwachung“.
Mit dem Abmahngeschäft nimmt die Umwelthilfe Millionensummen ein, edes Jahr mehr: 2009 waren es 676.000 Euro, 2013 dann 1,79 Millionen und 2018 schon über 2,2 Millionen. Tendenz: Wohl weiter steigend.

Interessant: Solche Einnahmen aus Abmahnungen wegen angeblicher Umweltverstöße fließen nicht etwa gezielt eigentlichen Umweltprojekten zu. Das Geld landet ausschließlich im Apparat der DUH zur Verwendung nach Gutdünken. Also beliebig.

So lassen sich trefflich teure Klagen gegen Großunternehmen finanzieren und gegen Städte. Über 80 solcher Klagen waren zwischenzeitlich gleichzeitig anhängig. Der Aufwand wird dann wohl unter „Projektaufwand“ ausgewiesen. Als beim Bundesamt für Justiz „Qualifizierte Organisation“ registriert, darf die DUH selber Klagen einreichen. Für Fremdinteressen. Und füttert so etliche Anwaltskanzleien mit diesem Geschäftsmodell.

Sponsorengelder aus der Industrie

Man ist nicht pingelig bei der DUH. Sponsorengelder aus der Industrie werden gerne genommen. Wenn´s passt. „Gepasst“ hat es zum Beispiel bei Toyota. Ein Schelm, der Böses dabei denkt: Toyota hatte frühzeitig erklärt, dass man die Produktion von Dieselmotoren (für PKW) auslaufen lassen werde. Oder im Rahmen der damaligen politischen Kampagne zur Einführung des Dosenpfandes: Von dem führenden Hersteller von Rücknahmeautomaten für Pfandbehälter aus Norwegen. Oder 2005: Zuwendungen von Partikelschutzherstellern, als die Diskussion zur Einführung von Partikelfiltern bei Fahrzeugabgasen vor der parlamentarischen Entscheidung stand. Eigentlich nennt man so etwas Lobbying. Und das ist gewerblich motiviert. Nicht gemeinnützig.

Ob Tesla oder Elon Musk persönlich sich jetzt auch erkenntlich zeigen werden? Ob oder in welcher Höhe war zum Zeitpunkt dieses Artikels noch nicht in Erfahrung zu bringen. TheGermanZ bleibt da am Ball.

Hohe Verwaltungsausgaben …

Dieser kleine Verein unter der Leitung von Geschäftsführers Resch mit gerade 433 Mitgliedern, liebt trotz Gemeinnützigkeit eher die große Attitüde: Außer 113 „Hauptamtlichen“ unterhält man ein „Büro“ in Radolfzell. Büro? Google-Earth zeigt, dass es sich dabei um ein schlossartiges Anwesen handelt. Dann noch in Berlin (Hackesche Höfe). Luxussanierter Altbau. In Hannover auch noch (Sitz des Vereins). Und weitere drei Büros verteilt über die Republik. Dieser Aufwand zzgl. der Kosten für die intensiven Reiseaktivitäten des omnipräsenten Geschäftsführers Resch zwischen diesen Standorten – bis vor Corona vorzugsweise das Flugzeug – verschlingt Geld, sehr viel Geld.

Das kann man leicht den veröffentlichten Jahresberichten entnehmen. Wenn man sie richtig liest. Beispiel der 2019 präsentierte Jahresbericht. Der ist für 2018.

Für „Allgemeine Verwaltung“ werden nur neun Prozent von 10,7 Millionen Euro der Aufwendungen ausgewiesen. Im Vergleich zu anderen Großorganisationen ein wenig glaubhafter Traumwert. Im Jahr zuvor waren es noch zwölf Prozent. Und eine Unstimmigkeit: Neun Prozent wären 963.000 Euro. Angegeben im Zahlenwerk sind aber 1,006 Millionen. Das entspräche dann korrekt rund 9,5%. Man nimmt es halt nicht so genau. Aber dafür gibt es das „Spendensiegel“. Für einen verantwortlichen Umgang mit gemeinnützig. Damit wirbt die DUH bei Spendern und öffentlichen Geldgebern.

Der Geschmack von Schönrechnerei drängt auf, wenn man den ganzen Jahresbericht von 40 Textseiten liest. Auffällig: Man beschäftige vier (!) Bundesgeschäftsführer, welche „durchschnittlich“ 110.000 Euro / Jahr bezögen. Weitere 109 Mitarbeiter erhielten „durchschnittlich“ 49.000 Euro / Jahr.
Rechnung: 4 x 110.000 plus 109 x 49.000 macht 5.781.000 Millionen. Dazu kommt nicht erkennbarer Aufwand für die Luxus-Niederlassungen. Dieser Gesamtaufwand lässt sich glaubhaft nicht wirklich in Einklang bringen mit angeblich nur 9 Prozent Verwaltungsaufwand. Zumal nicht erkennbar wird, wo überhaupt Personal in eigentlichen „Umweltprojekten“ eingesetzt wäre. Im Netz finden sich Mutmaßungen, wonach die DUH lediglich 250.000 Euro dafür aufwendet, was der verständige Normalbürger tatsächlich auch als solches verstehen würde. Das wären keine 2,5 Prozent des Etats von 2018. Solchen langjährigen Behauptungen ist die Umwelthilfe bisher nicht erkennbar entgegengetreten.

DUH Umweltschutz Service GmbH

Dann gibt es da noch die „DUH Umweltschutz Service GmbH“. In Radolfzell. In der bereits erwähnten schönen Schloßanlage. Einziger Gesellschafter: die DUH e.V. Diese Gesellschaft erhält vom Verein Projektaufträge zur Durchführung. Und sie nimmt von Dritten, vorzugsweise von der Bundesregierung (Umweltministerium), Projektaufträge an. Gegen satte Honorare versteht sich. „Überhöhte Honorare“, meinen Kenner des Metiers. Wollen Unternehmen sich so vor Angriffen der DUH freikaufen? Und: sponsort das seelenverwandte Bundesumweltministerium so ein vermeintlich gemeinnütziges, tatsächlich jedoch gewinnorientiertes Konglomerat eines tricksenden Studienabbrechers, welches mit seinen Aktivitäten den Industriestandort Deutschland untergräbt? Laut Focus und WELT sind da allein im Jahr 2016 für 18 „Umweltprojekte“ 4,2 Millionen Euro aus Steuermitteln geflossen. Schön auch: Mit der GmbH-Tochter ist man praktischerweise an Beschränkungen der Gemeinnützigkeit nicht gebunden… Ob Tesla da auch lieber einsteigt und mal richtig Geld reingibt? Dann wird das DUH-Konglomerat mit einer prognostizierbaren Wahrscheinlichkeit auch nicht teilnehmen an den Einsprüchen, die andere „Umweltaktivisten“ gegen die Waldrodung und gegen den Wasserverbrauch durch die Giga-Fabrik führen…

Entzug der Gemeinnützigkeit ist möglich

Dem profitablen Abmahn-/Lobbymodell des Umwelthilfe-Konglomerates könnte man entgegen wirken. Auch, um das Verständnis von Gemeinnützigkeit beim Bürgern nicht weiter zu beschädigen.

Einem Verein kann die Gemeinnützigkeit entzogen werden, wenn ihm Gewinnabsicht nachgewiesen wird. Zuständig ist das jeweilige Finanzamt. Und für dessen Aufsicht ist der Finanzminister des jeweiligen Bundeslandes zuständig. Dafür braucht es politischen Willen. Der ist derzeit nicht erkennbar. Möglicherweise ist man ideologisch zu sehr verbandelt.

Bildquelle:

  • Geld_Euro_2: pixabay
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