Was wir unseren Kinder unbedingt sagen müssen, damit sie es ihren Kindern sagen

Anzeige

Liebe Leserinnen und Leser,

haben Sie es bemerkt? Gestern war der 77. Jahrestag des gescheiterten Attentats auf den „Führer“ Adolf Hitler, wo eine Gruppe von Patrioten im deutschen Offizierskorps versuchte, zu retten was zu retten ist. Doch, es war nichts zu retten, Sie alle wissen, wie es endete.

Ich halte es ohne wenn und aber für richtig, an einem solchen Tag diesem Teil der deutschen Geschichte zu gedenken. Mag man die Reden der Offiziellen auch oftmals für zu oberflächlich halten, mag einem mancher Versuch, ein solches Thema in die aktuelle Tagespolitik zu ziehen, wütend machen, aber wir können uns den dunklen Teil unserer Geschichte nicht einfach wegdenken.

Die deutsche Geschichte ist weit überwiegend eine positive Geschichte eines fleißigen und geradlinigen Volkes. Und trotz unseres politischen Spitzenpersonals, wenn man das derzeit so nennen will, ist es meistens schön, hier zu leben. Immer noch. Und es gibt ja auch positive Entwicklungen. Frau Merkel ist bald weg, Herr Löw auch, was immer kommt, es kann nur besser werden.

Aber Erinnerung ist wichtig, die Geschichte, das sagen wir unseren Kindern immer wieder, die nicht auf Anhieb verstehen, warum der 18. Mai 1848 so ein wichtiger Tag gewesen ist. Und der Zweite Weltkrieg mit mehr als 50 Millionen Toten und einem industriell organisiserten Massenmord an Millionen Menschen, das ist alles andere als ein „Vogelschiss“ der deutschen Geschichte. Es ist eminent wichtig, dass unsere Kinder erfahren, was damals passiert ist – und übrigens auch unsere Neubürger aus islamischen Staaten. Dass zumindest der überwiegende Teil von ihnen begreift, dass sie alle aktiv etwas tun müssen, damit sich so etwas niemals wiederholt. Wenigstens auf deutschem Boden, am besten nirgendwo sonst.

Das gehört nicht nur zur deutschen Staatsraison, dass gehört – um Kramp-Karrenbauers gestrige Ansprache vor jungen Bundeswehrsoldaten positiv aufzunehmen – auch zur DNA von bürgerlich Konservativen wie mir. Ein Konservativer, einer der einen staatlichen Ordnungsrahmen möchte, ein Christ, der begreift, um was es bei Jesus Christus geht, kann niemals gleichzeitg Nazi sein. Niemals. Und dass es dennoch so viele Menschen gab, die dem Hakenkreuz und dem Rassenwahn folgten, ist umso bedrückender, ja mehr man sich damit beschäftigt.

Aber es gab nicht nur die Täter und Mitläufer, es gab die stillen Helden, wie sie etwa in dem großartigen Buch „München war anders“ von Konrad Löw und Felix Dirsch beschrieben wurden. Namenslose, die jüdischen Nachbarn Essen brachten, die Familien vor den braunen Greiftrupps versteckten. Es gab viele Märtyrer, oftmals christlich motiviert wie Dietrich Bonhoeffer, Nikolaus Groß und Maximilian Kolbe, beeindruckende Persönlichkeiten, von derem Leben unsere Kinder erfahren müssen, damit sie es ihren Kindern weitererzählen.

Unsere deustche DNA, das sind die anständigen Menschen, die nicht zuschauen, wenn Unrecht geschieht. Und die das Beispiel eines Claus Schenk Graf von Stauffenberg oder der Geschwister Scholl positiv aufnehmen und weitertragen. Mein Freund und Kollege Dieter Stein, mit dem ich immer mal über das Thema spreche, hat mir mal gesagt, dass wir als Konservative heute nur deshakb aufrecht gehen können in dieser Gesellschaft, weil es Patrioten gab, die eben nicht mitgemacht haben beim nationalsozialistischen Wahnsinn. Und es gibt keinen Grund, uns dafür zu verstecken, dass wir heute noch gern Deutsche sind. Und es gibt viele Gründe, stolz auf diese Vorfahren zu sein.

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Klaus Kelle

Anzeige

Unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende

Jetzt spenden (per PayPal)

Jetzt abonnieren

Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.