Wie wäre es, kritischen Geistern einfach mal zuzuhören?

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Liebe Leserinnen und Leser,

nein, wir haben es mit der Migration nicht geschafft, und wenn es schlecht läuft schaffen wir es überhaupt nicht mehr, diese Gesellschaft wieder in eine Ballance zu bringen. Frau Merkels großspurige Ansage und ihre peinliche Selbstbeweihräucherung sind kaum noch zu ertragen. Ihre Migrations- und Flüchtlingspolitik war und ist eine einzige Katastrophe, und ja, ich wiederhole mich, aber ich bin der Meinung, dass Angela Merkel vor ein Gericht gestellt werden sollte, um sich für den beispiellosen Schaden zu rechtfertigen, den sie diesem Land angetan hat. Wir alle wissen, dass es nicht passieren wird, aber in einem funktionierenden Rechtsstaat gäbe es die Möglichkeit für so etwas.

Diese Gesellschaft ist nicht mehr gewohnt, zuzuhören und andere Meinungen zu ertragen. Wäre das anders, wäre uns allen viel erspart geblieben in den vergangenen Jahren.

Bis heute werden kritische Geister nicht nur nicht ernstgenommen, sondern von den Mächtigen und den Mainstreammedien der Lächerlichkeit preisgegeben. Wenn es ganz ärgerlich wird, erklärt man sie per se einfach zu Nazis. Beispiel: Euro-Rettungspolitik. Es waren Persönlichkeiten wie Hans-Olaf Henkel, Bernd Lucke, Joachim Starbatty, Ulrike Trebesius und viele andere, die schon früh am Beginn der Euro-Staatsschuldenkrise massiv davor gewarnt hatten, was passierten wird, dass wir nämlich mit dieser Währungspolitik letztlich zu einer Vergemeinschaftung der Schulden anderer Ländern kommen, wo bis heute überschuldete Staatshaushalte auf unsere Kosten dennoch höhere Renten an ihre Bürger auszahlen können, als wir bekommen, die wir die ganze Sause bezahlen. Henkel, Lucke & Co. haben aus Verzweiflung über die Ignoranz der Merkel-Jünger sogar eine neue Partei gegründet, die Alternative für Deutschland, kurz AfD. Und sie hatten absolut recht mit dem, was sie uns vorausgesagt haben. Aber wer redet heute noch darüber?

Nehmen Sie die Corona-Krise! Wenn Sie sich erinnern gab es anfangs noch kritische Stimmen vor den Kameras der Staatssendeanstalten. Doch als die fachkundigen Kritiker zunehmend Gehör fanden, waren sie ruckzuck raus aus dem öffentlichen Diskurs. „Corona-Leugner“ ist inzwischen im deutschen Sprachgebrauch ein Schimpfwort. Aber sie leugnen Corona ja gar nicht, sie bestreiten bloß, dass der von der Politik eingeschlagene Weg zielführend ist. Und mit jedem Tag, an dem ich von steigenden Inzidenzwerten, vierter Welle und dem harten Winter lese und höre, wachsen auch bei mir die Zweifel, ob das alles wichtig war, was man uns in den vergangenen Monaten zugemutet hat, ohne bis heute verbindlich sagen zu können, dass alles gut wird. Zwei Impfungen, und dann sind wir sicher, hat man uns gesagt. Mehr als 70 Prozent der Bürger sind geimpft, und jetzt reden sie von der notwendigen Booster-Impfung und weiteren Lockdowns.

Es gibt gebildete Leute, die zu allen relevanten Themen andere Sichtweisen vortragen könnten – wenn man sie lässt, wenn man das bei Hofe hören wollte. Aber das ist eben nicht so. Berater und Experten werden so zusammengestellt, dass sie das gewünschte Ergebnis liefern. Andere Sichtweisen, demokratischer Meinungskampf? Wen interessiert das? Spahn und RKI wissen nämlich alles, und wenn sämtliche Stricke reißen, zerrt man eben den Untergangspropheten Karl Lauterbach vor die Fernsehkameras.

Einfach mal zuhören und drüber nachdenken, bevor entschieden wird. Das wäre gut und zielführend.

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Klaus Kelle

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.