Zeitschriftenverleger ehren drei Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen

Joachim gauck bei seiner Videobotschaft an die Zeitungsverleger.
Anzeige

BERLIN – Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) hat die drei Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes Marianne Birthler, Bundespräsident a.D. Joachim Gauck und Roland Jahn mit dem „Victoria für Freiheit“-Preis ausgezeichnet. Die drei herausragenden Persönlichkeiten erhalten den Preis für ihre weltweit einzigartige Aufarbeitung eines Diktaturapparats sowie für den durch sie angestoßenen gesellschaftlichen Diskurs um Freiheit und Demokratie, der es vielen betroffenen Menschen ermöglicht hat, ihren persönlichen Frieden mit dem Erlebten und Erduldeten zu schließen.

VDZ-Präsident Dr. Rudolf Thiemann betonte, dass sich „diese drei Persönlichkeiten in besondere Weise um Werte verdient gemacht haben, die auch auf der Fahne der Verleger und Verlegerinnen stehen – den Fortbestand der Demokratie zu schützen, für Freiheit und Vielfalt einzustehen, Unabhängigkeit zu wahren, damit alle souverän und frei von Zwängen leben und wirtschaften können.“

In einer Videobotschaft hob Bundespräsident a.D. Joachim Gauck hervor, dass mit der Aufarbeitung der Stasi-Unterlagen der Staat das Wissensmonopol verlor und alle DDR-Bürger ihre Biographien wieder in Besitz nehmen konnten.

Dass die Aufarbeitung der Stasi-Unterlagen zu einem weltweit beachteten Erfolg wurde, ist für Dr. Wolfgang Schäuble das Verdienst, der heute mit der „Victoria für Freiheit“ ausgezeichneten Persönlichkeiten. „Die Stasi war Schild und Schwert der Partei. Ich konnte mir zur Zeit der Wiedervereinigung nicht vorstellen, wie die Akteneinsicht dem inneren Frieden in unserem Land dienen könnte. Heute gilt die Aufarbeitung als Erfolg und Vorbild“, so Schäuble in seiner Videobotschaft.

Vor der Verleihung der „Victoria für Freiheit“ wies die maltesische Journalistin Caroline Muscat, Gründerin und geschäftsführende Redakteurin des investigativen Online-Portals „The Shift News“, auf die aktuelle Lage der Presse in der EU und auf Malta hin. Sie beklagte das zu geringe Engagement der Staaten für die Meinungsfreiheit, obwohl sie permanent öffentlich deren Bedeutung beteuerten: „Unter den jetzigen Umständen scheint das ‚Töten‘ der Wahrheit das folgenloseste Verbrechen der Welt zu sein“, sagte Caroline Muscat, die die Arbeit der ermordeten Daphne Caruana Galizia auf Malta fortführt, die vom VDZ postum mit der „Victoria für Pressefreiheit 2018“ geehrt wurde.

Bildquelle:

  • Joachim_Gauck_4: cn
Anzeige

Unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende

Jetzt spenden (per PayPal)

Jetzt abonnieren