Daimler Truck: Aufbau von Elektro-Infrastruktur zu langsam

ARCHIV - «Ein bisschen frustrierend, dass manche Dinge außerhalb unserer Kontrolle liegen»: Karin Radström. Foto: Uli Deck/dpa

MÜNCHEN – Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck nimmt die Politik bei der Infrastruktur für E-Fahrzeuge in die Pflicht. «Der Aufbau einer Infrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge in Europa geht viel zu langsam», sagte die Lkw-Chefin für Europa und Lateinamerika, Karin Radström, der Deutschen Presse-Agentur.

Vor einigen Wochen sei sie in Brüssel gewesen und hätte Politiker getroffen. «Es ist wichtig, dort zu sein, denn ich habe das Gefühl, dass einige die Größe der Herausforderung noch nicht richtig einschätzen», sagte die Vorständin des Dax-Konzerns. Ein langsamer Ausbau wäre eine riesige verpasste Chance, «denn es ist eigentlich gar nicht so schwierig, unseren gesamten Sektor zu dekarbonisieren, wenn man bereit ist zu investieren». Sie sei eher Optimistin und glaube fest daran, dass die Transformation zu schaffen sei. «Aber es ist ein bisschen frustrierend, dass manche Dinge außerhalb unserer Kontrolle liegen.»

Radström: Nicht nur in die ferne Zukunft schauen

«Es gibt eine allgemeine Tendenz, vielleicht sogar bei uns, dass wir gerne darüber sprechen, was wir 2030 oder in der fernen Zukunft tun werden», sagte Radström. Man müsse aber jetzt damit beginnen, die Dinge anzupacken. Sie wünsche sich mehr Pilotprogramme. «Das würde es unseren Kunden erleichtern, zu investieren.»

Der Markt für LKW sei weiterhin stark. «Bisher sehen wir keinen Rückgang bei der Nachfrage unserer Kunden», sagte Radström. Das liege auch daran, dass es im Fuhrpark der Kunden einen Bedarf gibt und die Nachfrage schon seit langem höher als das Angebot ist. «Es ist etwas seltsam, in den Zeitungen über die drohende Rezession zu lesen und sie bislang in unserem Geschäft nicht zu sehen.» Normalerweise folge ihr Geschäft der allgemeinen Wirtschaft. «Aber im Moment gibt es zum ersten Mal seit langer Zeit eine ziemliche Diskrepanz zwischen unserem Markt und der allgemeinen Wirtschaft.»

Bildquelle:

  • Karin Radström: dpa

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