Der Verfall der Gerechtigkeit: Für die Rückkehr zum Prinzip von Fördern und Fordern

Für viele private Bauherren ist der Erwerb einer Immobilie nichts als Altersvorsorge.
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von MICHAEL STING

BERLIN – Die Rufe nach mehr Staat und Sozialismus steigen stärker als die Inflation in Deutschland. Das Witzige an der Geschichte ist, dass das „Land der Inflation“ Argentinien es genau umgekehrt handhabt. Dort werden inzwischen immer mehr die Schreie nach mehr Liberalismus und Kapitalismus lauter.

Doch was ist eigentlich Sozialismus. Upton Sinclair, ein linker Autor und Verteidiger der Arbeiterklasse, hat in seinem Buch „Öl“ von 1917 dieses Gedankengut einmal aus der Sicht eines Geschäftsmanns beschrieben. Dort gibt es eine Stelle, wo der Sohn eines mittelgroßen Öl-Unternehmers seinen Vater um 500 Dollar bittet ( heutiger Wert in etwa 10.000 US Dollar ), damit er einem Freund Geld für eine Sozialismus-Schule schenken kann, worauf sein Vater antwortet:

„Und hör mal mein Junge. Dass du Mr. Irving Fünfhundert geben möchtest, dagegen habe ich nichts, aber es ist doch ein bisschen viel von mir verlangt, dass ich mein Leben lang schwer gearbeitet haben soll, um Geld zu verdienen und dann kommst du und gibst es dafür aus, dass jungen Leuten beigebracht wird, ich hätte kein Anrecht auf mein Geld.“

Ergibt es inzwischen überhaupt noch Sinn, schwer zu arbeiten? Wo bleibt die Wertschätzung in unserer heutigen Zeit.

Nehmen wir als Beispiel den Vermieter. Der eindeutige Teufel der Linken. Ein Individuum, dessen einziges Ziel ist, seinen Mieter zu knechten und ihm das letzte Hemd zu entreißen. Ja, dass mag auf einige schwarze Schafe und große Wohnkonzerne zutreffen. Doch der überwiegende Teil der privaten Vermieter hat sich die Immobilie nach harter Arbeit angespart und sie dient Ihnen als Altersvorsorge. Denn viele Selbstständige können nicht auf eine großzügige Rente vertrauen wie so mancher Beamte. Und der Kauf einer Immobilie bedeutet im Normalfall Konsumverlust. Das heißt kein Urlaub, oder unnötige Anschaffungen. Doch das wird gerne ignoriert.

Jetzt sah ich vor kurzen im Fernsehen eine Talkshow, wo eine Mieterin weinte und über Ihren Index-Mietvertrag klagte. ( Das bedeutet eine Anpassung der Miete an die jährliche Inflationsrate ).

Sofort fordern linke Politiker, dass der Staat an dieser Stelle eingreifen muss, um diese Teufel zu bekämpfen. Dass mir die Frau leid tut ist keine Frage. Was dabei gerne vergessen wird: Als die Inflation sich in den vergangenen zehn Jahren um die 2 Prozen bewegte, war der Vertrag offenbar gut genug für den Mieter, während der Vermieter ( der Einfachhalthalber verzichte ich auf das Gendern ) nicht von steigenden Preisen profitieren konnte. Und jetzt wo er mal die Chance hat, dass er zumindest seine gestiegenen Kosten ausgleichen kann, ist der wieder das Böse in Person.

Und so geht es weiter. Die Grünen fordern nun die Erhöhung des Spitzensteuersatzes von 42 auf 57,4 Pozent. Wir reden hier nicht von Einkommensmillionären, sondern von dringend benötigten Fachkräften. Warum Deutschland davon einen Mangel hat, dürfte nicht mehr schwer zu verstehen sein.

Dann wird über eine Übergewinnsteuer diskutiert. Also eine Sondersteuer für Konzerne, wie z. B. Ölfirmen, die besonders vom Ukraine-Krieg profitieren. Über die Ölkonzerne kann man ja noch reden. Doch warum sollten normale Firmen, die davon profitieren, dass Sie zur richtigen Zeit das richtige Produkt mit entsprechender Nachfrage haben, dafür bestraft werden?

Und den größten Schlag ins Gesicht jedes hart arbeitenden Menschen ist die teilweise Aussetzung der Harz 4-Sanktionen.  Während der Großteil der Bevölkerung treu jeden morgen pünktlich zur Arbeit kommt, seine Arbeitskraft einsetzt und von dem Gehalt, was er erarbeitet, noch kräftig Steuern bezahlt, ist es aus Sicht der Ampel-Koalition einigen Menschen offenbar nicht zuzumuten, sich regelmäßig beim Jobcenter zu melden, Termine pünktlich einzuhalten oder einfache Arbeiten anzunehmen.

Die Wohnung, die Heizung, Kleidung und Lebensmittel und die Schulkosten für die Kinder sowie für deren Schulausflüge werden aber weiterhin bezahlt. Jetzt möchte ich gerne einmal wissen, wie man das der alleinerziehenden Mutter erklären soll, die nebenbei noch arbeiten muss aber nicht auf den gleichen Lebensstandard kommt. Und den Mitarbeitern im Jobcenter kann zukünftig auf der Nase herumgetanzt werden. Denen wird die Arbeit dann bestimmt noch mehr Spaß machen.

Und wenn diese Leute nicht einmal in der Lage sind, die kleinsten Voraussetzungen wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit einzuhalten, wie möchte man diese jemals wieder in die Arbeitswelt integrieren? Sofern Sie das überhaupt anstreben.

Es wird höchste Zeit, dass das Prinzip: „Fördern und Fordern“ wieder eingehalten und Leistung wieder anerkannt wird.

Bildquelle:

  • Wohnungsbau_2: pixabay
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