In 48 Stunden überall einsatzbereit: Deutschland übernimmt Führung der Schnellen Eingreiftruppe der NATO

Mit der Führung der Nato-Truppe VJTF stellt Deutschland auch etwa 8000 Bundeswehrsoldaten bereit. Foto: Kay Nietfeld/dpa
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BERLIN/BRÜSSEL – Deutschland hat mit dem Jahresbeginn die Führung der Schnellen Eingreiftruppe der Nato (VJTF) übernommen.

Die Bundeswehr stellt damit etwa 8000 Männer und Frauen für die insgesamt rund 11.500 Soldaten zählende Truppe. Diese muss in 48 bis 72 Stunden bereit sein, um dorthin verlegt zu werden, wo das Bündnis sie jeweils benötigt. Die Nato bezeichnet ihre «Speerspitze», deren Führung jährlich wechselt, als einen wesentlichen Beitrag zur Abschreckung und Verteidigung in Europa.

«Während der illegale Krieg Russlands in der Ukraine weiter Frieden und Sicherheit in Europa bedroht, darf es keinen Zweifel an der Entschlossenheit der Nato geben, jeden Zentimeter des Bündnisgebietes zu schützen und zu verteidigen», hatte dazu Nato-Sprecherin Oana Lungescu in Brüssel vor dem Jahreswechsel mitgeteilt. Die Nato danke Deutschland für die Übernahme der VJTF-Führung im Jahr 2023.

An den multinational aufgestellten Kräften beteiligen sich in diesem Jahr insgesamt neun Nato-Staaten, darunter auch Belgien, Tschechien, Lettland, Litauen, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen und Slowenien. Die Panzergrenadierbrigade 37 «Freistaat Sachsen» ist Leitverband für die multinationalen Landanteile der VJTF. Von den etwa 5000 Soldaten der Brigade gehen rund 4000 in die Nato-Verpflichtung.

Der Aufbau einer superschnellen Eingreiftruppe («Very High Readiness Joint Task Force/VJTF») geht auf Beschlüsse beim NATO-Gipfel in Wales im September 2014 zurück und war Reaktion auf die russische Annexion der Krim. Die Nato hat seitdem den Schutz von Verbündeten im Osten, die sich von Russland bedroht fühlen, verstärkt. Die VJTF ist dabei die Truppe mit der höchsten Bereitschaft zu kurzfristigen Einsätzen.

Ein Ausfall der Schützenpanzer Puma bei einer Schießübung im Dezember hatte die Beteiligung der Bundeswehr an der VJTF überschattet. Nach zahlreichen technischen Defekten teilte Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) mit, die deutschen Soldaten würden nicht mit dem Puma als Gefechtsfahrzeug bereitgestellt, sondern mit dem älteren Marder.

Bildquelle:

  • Bundeswehrsoldaten: dpa
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