Wird der Terminator real: Wissenschaftler warnen, dass eine KI die Kontrolle übernehmen könnte

Wie in einem Science-Fiction Film: Humanoide Kampfroboter, gesteuert von Künstlicher Intelligenz.

von KLAUS KELLE

BERLIN – Nutzen Sie auch KI? Dämliche Frage eigentlich, denn KI ist gut und hilfreich, wenn man weiß, wie sie funktioniert. Für mich gehört KI längst zum täglichen Handwerkszeug, denn sie beantwortet meine Fragen tiefer und vielschichtiger, als Google das bisher konnte. Aber – wie bei Wikipedia – man muss auch wissen, was man glauben kann und was man unbedingt überprüfen muss. In 99 Prozent der Fälle habe ich damit bei Gemini und ChatGPT jedenfalls gute Erfahrungen gemacht.

Dennoch ist nicht alles gut

Denn immer mehr Top-Leute aus der amerikanischen Technologiebranche warnen immer eindringlicher davor, dass es einen Punkt geben könnte, an dem die Maschinen die Kontrolle über uns alle übernehmen könnten. Anthropic-Chef Dario Amodei und OpenAI-Chef Sam Altman haben erst mal eine „Atempause“ bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz angemahnt, und Evan Hubinger, Sicherheitsexperte bei Anthropic, schätzt das Risiko, dass KI im Laufe des nächsten Jahrzehnts alle Menschen tötet, auf „über zehn Prozent“.

Alle Menschen tötet – auf über 10 Prozent

Bei so einer Aussage sollten wir alle einen Moment verweilen, denn tatsächlich ist vorstellbar, dass sich eine vom Menschen künstlich geschaffene Superintelligenz verselbstständigt und im schlimmsten Fall die Menschheit ausradiert, wenn diese den Zielen der KI im Wege steht.

Viele von Ihnen werden die „Terminator“-Filme mit Arnold Schwarzenegger gesehen haben, wo es genau um dieses Thema geht. Plötzlich gibt es keinen Menschen mehr, der wenigstens noch das Stromkabel aus der Steckdose ziehen kann, um alles abzuschalten, weil künstliche Systeme Vorsorge getroffen haben.

Der Informatik-Professor Stuart Russell von der University of California in Berkeley sagt, eine KI könnte etwa Roboter einsetzen, um „neue Krankheitserreger zu synthetisieren und zu verbreiten“ – oder „Menschen dazu bringen, einen Atomkrieg zu beginnen, indem sie sich in Frühwarnsysteme hackt“. Oder: KI-Modelle könnten der Erdatmosphäre Sauerstoff entziehen. Alles keine schönen Gedanken.

Wir leben in einer Welt des Alarmismus

Alle haben vor irgendwas Angst, unter Atomkrieg und einer Alien-Invasion sind in manchen Milieus Debatten kaum noch zu führen. Und „Chemtrails“, die uns alle vergiften.

Aber Terminator? Das ist alles keine Science-Fiction mehr. Das amerikanische Pentagon investiert jährlich 50 Milliarden Dollar in militärische KI. Der Erzrivale China integriert KI in Raketenabwehrsysteme wie das FK-2000 und vollkommen autonome Aufklärungsdrohnen, dazu Bodenkampf-Konzepte mit robotischen Unterstützungseinheiten und Panzern (wie dem Typ 100), die vollautomatisch mit den Drohnen kooperieren.

China hat inzwischen zweibeinige humanoide Kampfroboter, speziell für den urbanen Häuserkampf und Aufklärungsmissionen, die für menschliche Soldaten zu gefährlich sind.

Bildquelle:

  • Humanoide_Kampfroboter: adobe.stock/georgii

Unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende

Jetzt spenden (per PayPal)

Jetzt abonnieren

Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.