VILNIUS – 60 gepanzerte Fahrzeuge der Bundeswehr aus Niedersachsen sind in dieser Woche über Landstraßen von Polen nach Litauen verlegt worden, darunter auch Leopard-2-Panzer. Erstmals rollte dabei ein Bundeswehr-Konvoi über mehr als 200 Kilometer Strecke durch die sogenannte „Suwalki-Lücke“, einen Korridor, der die baltischen Staaten mit ihren anderen NATO-Partnern verbindet. Direkt an diese Lücke grenzen die russische Exklave Kaliningrad sowie Belarus.
Zwischen dem Dreiländereck Litauen-Polen-Belarus und dem Dreiländereck Litauen-Polen-Russland liegen rund 65 Kilometer Luftlinie, die Grenzlinie am Boden misst etwa 104 Kilometer. Durch das Gebiet verlaufen zentrale Straßen-, Bahn- und Energieverbindungen ins Baltikum.
Dieser Bereich gilt im NATO-Hauptquartier als eine mögliche Schwachstelle im Fall eines großen militärischen Konflikts mit Russland. Sollte Putin mit gezielten Angriffen auf vermeintlich schwächere NATO-Staaten die Verteidigungsfähigkeiten und Motivation der westlichen Verteidigungsallianz testen wollen, dann wäre die „Suwalki-Lücke“ perfekt dafür, weil Russland genau dort den Nachschub der NATO ins Baltikum abschneiden könnte – vorausgesetzt Moskau hat nach dem Desaster in der Ukraine noch Kapazitäten dafür.
Deutschland ist nach einem Beschluss des NATO-Gipels 2016 die Führungsnation des Bündnisses zur Verteidigung des Balitkums und baut eine 5000 Mann starke Kampfbrigade in Litauen auf.
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- Bundeswehr-Konvoi_Litauen: bundeswehr
