Das „EPa“ soll umbenannt werden – vom GenderGaga bei der Bundeswehr

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von MARTIN D. WIND

BERLIN – Die Bundeswehr ist eine Armee – sollte man meinen. Eine Armee ist zum Kämpfen da, zum schießen, zum Gewalt anwenden, zum verteidigen, zum Leben einsetzen. Da geht es um Blut, Schweiß, Mut, Heroismus, Opferbereitschaft und Tränen. Seitdem ungediente Politiker_*InnenX dort das Regiment übernommen haben, wird die Bundeswehr als sozialpädagogische Gesellschaftsversuchsanstalt missbraucht. Der neueste Schrei des politisch korrekten Ranwanzens, des schleimigen Anbiederns an den Zeitgeist einer bestimmten Randgruppenklientel: Die Tagesration Lebensmittel der „kämpfenden Truppe“ im „scharfen Einsatz“ muss dringend umbenannt werden. Die heißt doch tatsächlich „Einmannpackung“ oder kurz „EPa“.

„Ein-Mann-Packung“? Also erstens kommt da das exclusive Wort „Mann“ vor, das all jene diskriminiert, die nicht mit männlichen Genitalien und darüber hinaus einem als „männlich“ definierten Chromosomsatz ausgestattet sind oder sich als „Mann“ definieren.

Zweitens ist „Ein Mann“ spätestens seit der ominösen Berichterstattung eines großen Teils der deutschen Medien bei Gewaltverbrechen, als Begriff für einen Menschen ohne Menstruationshintergrund verbrannt. Alle verstandesbegabten Medienkonsumenten haben beim Auftauchen dieses Begriffes umgehend und zwangsweise bestimmte Bilder im Kopf, die in der Regel von der Realität eingeholt und bestätigt werden.

Bei einer Armee denkt der weit überwiegende Teil der Weltbevölkerung weniger an den „Zeitgeist“ als vielmehr an den Kampfgeist. Nicht so in Deutschland.

Einmal mehr setzen wir uns an die Spitze der GenderGAGA-Bewegung. Also: Die Einmann-Packung muss umbenannt werden. Und vorweg, das was hier berichtet wird, ist keine Satire! Das ist echt! Die machen Ernst. In Bonn sitzt ein „Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw)“ – liebe Leser, Sie sollen nicht kichern – und dieses Bundesamt hat jetzt den Befehl bekommen politisch sagt man „wurde beauftragt“ – sich mit Gedanken zu befassen, wie man die Einmannpackung künftig umbenennen könne, dass der Name „zeitgemäß“ sein werde und gleichzeitig aber der kurze und griffige Begriff „EPa“ nicht wegfallen muss.

Es ist angebracht, dieser Entscheidung nachzuspüren. Offenbar hat man sich im Bundesamt für Trallala – also im „BAIUDBw“ – so richtig tiefgehende Gedanken gemacht, seinen Stuhlkreis besetzt, ein Brainstorming durchgeführt. Dabei hat dann Frau Maier-Schultzenbeck plötzlich festgestellt, dass solche schwerwiegenden Entscheidungen mit weitreichenden Folgen, nicht ohne die Beteiligung der Betroffenen getroffen werden können. Als achtsame Zeitgenossin hat sie den Plan, man könne doch in der Truppe eine Befragung durchführen, zur gemeinschaftlichen Beratung gestellt. Und mit freudiger Erregung wurde die Truppe nach Abschluss der intensiven „Befassung“ per Intranet darüber unterrichtet: „Nach mehreren Jahrzehnten der Zugehörigkeit von Frauen in den Streitkräften ist der Begriff ‚Einmannpackung‘ nicht mehr Zeitgemäß“ und „entspricht auch nicht den Vorgaben der sprachlichen Gleichstellung“.

Wenige Tage nach der schweren Attacke auf die Truppe in Mali, bei der zwölf Soldaten zum Teil schwer verletzt wurden, befassen sich Dienststellen des Bundes mit „sprachlicher Gleichstellung? In einer Zeit, in der die Bundeswehr sich mit eingekniffenem Schwanz aus Afghanistan zurückziehen muss, einem Land, in dem angeblich die deutsche Sicherheit verteidigt und mit dem Tod von 59 Bundeswehrsoldaten bezahlt wurde – die nicht mitgezählt, die noch in der Heimat den traumatischen Belastungen nicht standhalten konnten und ihrem Leben in Folge selbst ein Ende setzten – kommt die Politik dahergeschlurft und fordert zur Umbenennung einer Pappschachtel oder einer Papiertüte auf?

Zum Empfang des letzten Kontingents der Afghanistanrückkehrer war – vorgeblich auf ausdrücklichen Wunsch der Soldaten – kein einziger Parlamentarier auf dem Rollfeld: „Absitzen, Antreten, Weggetreten!“ so wurden diese Menschen abgefertigt. Irgendwann will sich die Politik – zeitnäher an der Bundestagswahl – dann doch noch mit großem Bahnhof kümmern.

Die Bundeswehr kann aus Etatgründen ihren Verpflichtungen gegenüber den Verbündeten nicht nachkommen, aber für so einen „Ringelpietz mit Anlauf“ ist Geld da? Man fasst es nicht. Wir hätten vielleicht nicht darüber lachen sollen, als „Röschen“ Ursula von der Leyen während ihrer Amtszeit durchsetzte, dass auch für schwangere Soldaten_*InnenX passende Uniformen vorgehalten werden müssen. Für die Versuchsreihe im Vorfeld der Beschaffung wurden mehr als 650.000 Euro verballert. Was eine Schwangere mit einer Feldbekleidung anfangen soll, wurde bis heute nicht erklärt.

Immerhin der Findungsprozess wird dieses Mal nicht so teuer werden: Der Gewinner_*InX winken sage und schreibe zehn „EPa“ als Preis. Leider dürfen nur „Angehörige der Bundeswehr“ Vorschläge einreichen. Andernfalls hätte ich gesagt: Nennt das Ding doch einfach „Ein-Mensch-Packung.“

Bildquelle:

  • EPa_Bundeswehr: bw-onlineshop
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