Ganz ehrlich, ich würde die Grünen im September nicht wählen

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Liebe Leserinnen und Leser,

SPIEGEL Online erfreut uns vor dem Einschlafen am später Abend noch mit einer Gechichte, die eigentlich keiner lesen will. Also, keiner ist relativ, Gretas Jünger, wenn sie denn wieder auf den Straßen Schule schwänzen dürften, die wären begeistert zu hören, dass die Umfragezahlen eine Kanzlerschaft von entweder Annalena Baerbock oder Robert Habeck möglich erscheinen lassen. Eine deutsche Bundesregierung, angeführt von der Partei, in der immer noch viele nicht wissen, dass das Geld, das ein Staat ausgeben will, vorher verdient werden sollte. Und dass eine hochentwickelte Industrienation nicht nur mit Sozialwissenschaftlern und Gender-Forscher_*Innen betrieben werden kann. Und dass der Wert der Streifkräfte eines Landes nicht danach zu bemessen ist, wie viele Transgender die Uniform tragen und ob ausreichend Kampfanzüge für schwangere Soldatinnen vorhanden sind. Ein paar einsatzfähige Tornados wären auch schön.

Die Grünen, das sind in der Zeit, seit ich die Politik als spannendes Betätigungsfeld entdeckt habe, immer die Netten gewesen, die Sympathischen, die Idealisten. O.k., mit spinnerten Ideen und in der Anfangszeit ungewöhnlichen Frisuren, die im Plenarsaal Strampler für die Kleinen daheim strickten, wenn es gerade um den Nato-Doppelbeschluss ging. Da verzeiht man doch auch, aus welchen K-Gruppen und „Stadtindianern“ und Arbeitskreisen mit gefährlichen Ideen zum Thema Sex mit Kindern Viele stammten. Damals waren die Grünen eine Mischung aus drei gesellschaftlichen Strömungen, die zu einer politischen Kraft erwuchsen: Atomkraftgegner, Feministen und Friedensbewegte. Das reichte damals für 5,6 Prozent.

Heute folgt nahezu das ganze deutsche Polit-Establishment der Agenda dieser Leute, und sie schicken sich an, demnächst nicht nur am Kabinettstisch Platz zu nehmen, sondern wenn es ganz schlecht läuft, auch ins Kanzleramt einzuziehen. Wir wollen da rein, könnten Baernock und Habeck am Zaun rütteln wie dereinst Gerhard Schröder. Und dann den Zaun ebenfalls überwinden.

Es wird schon nicht so schlimm, denken heute auch viele Unternehmer und bürgerlich-konservative Menschen, doch denen möchte ich sagen: Es wird schlimm, sehr schlimm. Eine grün dominierte Bundesregierung würde den Wirtschaftsstandort Deutschland an den Abgrund führen, Energiekosten exorbitant hochtreiben, die traditionellen Familien unwiderruflich marginalisieren, die Innere Sicherheit – ohnehin keine Domäne unserer Staatsautorität mehr – vollkommen auf den Hund bringen. Gender-Schwachsinn, Klimaziele vor ökonomischer Vernunft, Abermillionen für linke Netzwerke und Klima-, Friedens- und Gedönsforscher. Was werden die Spaß haben mit Ihrem, mit unserem Geld.

Habeck Kanzler? Der Planet wird nicht implodieren, Deutschland wohl auch nicht, zumindest in den ersten vier Jahren nicht. Ein paar Richter wird es hoffentlich geben, die das Schlimmste verhindern. Und viele von Ihnen werden denken: Schlimmer als unter Frau Merkel kann es nicht werden. Diese Auffassung teile ich im Grundsatz, denn die Folgen der Merkelschen Politik wird dieses Land noch auf viele Jahre beschäftigen müssen. Aber sollte es jemals noch schlimmer werden, dann mit einem Duo Habeck und Baerbock und ihrer ökosozialistischen Sonnenblumenplantage an der Spitze unseres Landes.

Bleiben Sie bitte gesund!

Ihr Klaus Kelle

 

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.