MOSKAU – Die ussische Zentralbankchefin Elwira Nabiullina ist weg. Der ehemalige Chefredakteur des russischen Staatsfernsehens, Dmitri Skorobutow, behauptet in einem Youtube-Video, die Frau stehe unter Hausarrest. Hintergrund sei ein hitziger Austausch mit Kremlchef Wladimir Putin Ende Mai oder Anfang Juni gewesen. Dabei habe Nabiullina dem russischen Präsidenten angeblich ein Ultimatum gestellt: Sie werde ihren Posten verlassen, sollte Putin eine Totalmobilmachung ausrufen.
Tatsächlich nehmen die Spekulationen zu, nachdem die 60-Jährige mehr als eine Woche nicht mehr öffentlich aufgetreten ist.
Besonders auffällig war ihr Fehlen beim sogenannten „Internationalen Wirtschaftsforum“ in St. Petersburg, wo sie eigentlich eine Rede halten sollte. Nabiullina fehlte auch bei einer Ausstellung in Moskau und am 9. Juni bei einer Konferenz des Nationalen Verbands der Wertpapiermarktteilnehmer. Besonders schwer wiegt ihre Abwesenheit bei einem Treffen mit Putin am 10. Juni. Dort ging es um Inflation und Leitzinsen – also um ihre Kernthemen.
Regierungssprecher Dmitri Peskow erklärte jetzt, Nabiullina sei lediglich krank. „Menschen werden manchmal krank – daran ist nichts Ungewöhnliches“. In den vergangenen Jahren gab es viele Topmanager in Russland, die überraschend krank wurden. Manche fielen dabei auch aus Versehen aus Fenstern in oberen Stockwerken von Krankenhäusern.
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- Elivira_Nabiullina: russ. gov
