Weidel (AfD): Ich bin gesellschaftlich „deutlich liberaler aufgestellt“

AfD-Bundeschefin Alice Weidel

ERFURT – Die beim Bundesparteitag in Erfurt gestärkte AfD-Vorsitzende Alice Weidel hat Formulierungen im Wahlprogramm ihres Landesverbands Sachsen-Anhalt kritisiert. Dort heißt es: „Nur aus der Verbindung von Mann und Frau gehen Kinder und damit kommende Generationen hervor.“ Eine „intakte Familie, bestehend aus Mutter, Vater und Kindern“, sei „erwiesenermaßen die beste Voraussetzung für eine gute und gesunde Kindesentwicklung“.

„Da gehe ich nicht mit“, sagte Weidel in einem Interview mit RTL/ntv und bekannte „gesellschaftlich deutlich liberaler aufgestellt“ zu sein, weil sie selbst es auch lebe.

„Wir leben mittlerweile in einer ganz anderen Realität“, bekannte Weidel. Und deshalb: „Gleichgeschlechtliche Beziehungen sind gleichwertig zu behandeln.“ Als Politikerin könne man sich auch für die „traditionelle Familie“ als „gesellschaftliches Zielbild“ einsetzen, das sei „kein Widerspruch“. Andere Lebensmodelle müssten jedoch „als gleichwertig“ betrachtet werden.

Bildquelle:

  • Alice_Weidel_8: afd-bundestagsfraktion

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.