Heftige Detonationen

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Liebe Leserinnen und Leser,

was ist da gestern auf der Krim passiert? O. k., es gab zweifellos große Explosionen auf der von Russland 2014 annektierten ukrainischen Halbinsel. Aber warum?

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, da sei auf einem Luftwaffenstützpunkt durch Fahrlässigkeit Munition explodiert. Und explodiert ist da was, zumindest das darf als gesichert gelten, wenn Sie die Fotos großer dunkler Rauchwolken anschauen, die sich vor der Kulisse von Badestränden und fliehenden Touristen am Himmel aufbauen.

Ist da zufällig Munition detoniert? Aus Fahrlässigkeit? So wie vor einigen Wochen immer wieder russische Treibstofflager explodierten? Zufällig. Oder das russische Schlachtschiff „Moskwa“ auf dem Schwarzen Meer, das plötzlich weg war. Alles ein Zufall?

Wir wissen natürlich auch nicht mehr als Sie alle hier. Aber die Zahl der Explosionen und die Wucht legen nahe, dass da nicht einfach etwas explodiert ist aus dem Nichts. So wie der ominöse Urknall einst…

Auf dem Luftwaffenstützpunkt Saki nördlich von Sewastopol hat Russland Bomber vom Typ Suchoi Su-24 und Mehrzweckkampfflugzeuge vom Typ Suchoi Su-30 stationiert. Von dieser Basis aus wurden Angriffe auf Ziele im Süden der Ukraine geflogen. Erste, noch nicht verifizierte Videos von dem Stützpunkt zeigten zahlreiche ausgebrannte Autos, aber auch eine zerstörte Su-24.

Was wir aber heute sicher sagen können: Die Ukraine hat nicht die geringste Absicht, sich der vermeintlichen russischen Übermacht zu unterwerfen. Seit einem halben Jahr wehren sich die Ukrainer dagegen, wieder zu einem russischen Satellitenstaat zu werden, einem „neutralen“ Puffer zum angeblich für Russland so bedrohlichen Westen. Und natürlich wollen wir alle, die wir noch bei Verstand sind, dass dieser Krieg endlich aufhört, dass die Waffen schweigen, dass die Diplomatie eine positive Wirkung entfaltet. Aber es sieht nicht danach aus.

In der täglichen Videobotschaft an seine ukrainischen Landsleute hat Präsident Wolodymyr Selenskyj gestern versprochen, die Halbinsel Krim befreien zu wollen: «Die Krim ist ukrainisch, und wir werden sie niemals aufgeben.» Vor vier Monaten hätte ist mich gefragt, was mit dem Mann nicht stimmt. Inzwischen halte ich im Ukraine-Krieg alles für möglich.

Passen Sie gut auf sich auf!

Ihr Klaus Kelle

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.