In der Epstein-Akten zeigt sich plötzlich eine Verbindung zum FSB-Agenten Sergei Beljakow

Hinter den Kulissen globaler Machtspiele

MOSKAU/NEW YORK – Heute wurden neue Dokumente aus dem Nachlass des Sex:kriminellen Jeffrey Epstein veröffentlicht, die ein neues Licht auf das Ausmaß seines politischen Einflusses wirft. Während man bisher davon ausging, dass Epsteins Verbindungen zu den westlichen Geheimdiensten CIA und Mossad bestehen, zeigen die neuen Akten eine direkt Spur nach Moskau. Im Zentrum steht dabei die ungewöhnliche Beziehung Epsteins zu Sergei Beljakow.

Die Auswertung der Akten durch das Dossier Centre, einer Organisation des Kreml-Kritikers Michail Chodorkowski, belegt, dass die Verbindung zwischen Epstein und Beljakow weitaus tiefer war als angenommen. Beljakow war Absolvent der russischen FSB-Akademie, diente dann im Grenzschutz und legte eine ungwöhnlich steile Karriere hin, die ihn bis zum stellvertretenden Wirtschaftsminister in Moskau und zum Chef des St. Petersburger Wirtschaftsforums (SPIEF) führte.

Die Akten belegen, dass sich die beiden Männer schon seit 2014 kannten. Zu diesem Zeitpunkt war Epstein bereits ein verurteilter Sexualstraftäter bekannt, und das Verhältnis zwischen den USA und Russland war nach der Annexion der Krim auf einem Tiefpunkt. Das war für Epstein und Beljakow kein Hindernis.

Was diese Beziehung so außergewöhnlich macht, ist die Art der gegenseitigen Dienstleistungen

Es handelte sich nicht um eine einfach Geschäftsbeziehung, sondern um einen systematischen Austausch von Informationen und Einfluss. Als Epstein sich zum Beispiel im Jahr 2015 von dem russischen Model Guzel Ganieva bedroht fühlte, die ihn und seine einflussreichen Freunde öffentlich bloßstellen wollte, wandte er sich an Beljakow und bat um Hilfe. Der schickte ein detailliertes Dossier über Ganieva an Epstein, was so nur mit dem Zugriff auf russische Geheimdienstressourcen möglich sein konnte.

Im Gegenzug half Epstein als informeller „Berater“ und gab etwa Tipps, wie russische Banken die westlichen Sanktionen umgehen könnten. Epstein schlug sogar die Gründung eines völlig neuen Bankenmodells vor, das die bestehende globale Finanzordnung herausfordern sollte.

Beljakow nutzte Epstein als Agenten, um westliche Eliten für das St. Petersburger Wirtschaftsforum zu gewinnen. Epstein kontaktierte Tech-Milliardäre wie Reid Hoffman und Politiker wie den ehemaligen israelischen Premier Ehud Barak, um sie zur Teilnahme an der Propaganda-Veranstaltung des Kreml zu bewegen.

Besonders brisant sind dabei E-Mails aus dem Jahr 2018, in denen sich Epstein gegenüber Beljakow und anderen russischen Offiziellen als „Trump-Versteher“ präsentierte. Er bot an, dem russischen Außenminister Sergei Lawrow zu erklären, wie die Psyche von Donald Trump funktioniere und wie man ihn am besten manipulieren könne, um russische Interessen voranzubringen. In einer Mail hieß es trocken: „Es ist nicht kompliziert. Er muss das Gefühl haben, etwas zu bekommen.“

Was bishr nicht belegt werden konnte ist, dass auch Epstein für den FSB als Agent arbeitete. Dass Beljakow Epstein in E-Mails für „nette Geschenke“ dankte und ihn als jemanden pries, der „neue Horizonte eröffnet“, unterstreicht die Wertschätzung des Kremls für Epsteins Dienste.

Mindestens fünfmal haben sich der russische Agent und Epstein in New York und Paris getroffen, es gibt hunderte von E-Mails zwischen beiden, die sicher belegen, dass Jeffrey Epstein nicht nur ein krimineller Netzwerker war, sondern ein Akteur in einer geopolitischen Dunkelkammer, dessen volle Tragweite wir gerade erst zu begreifen beginnen.

Bildquelle:

  • Deep_State: adobe.stock / domingo

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