Lambrecht in Niger: Engagiert sich die Bundeswehr weiter in Afrika?

Christine Lambrecht mit Schutzweste im Cockpit eines A400M Transportflugzeugs der Bundeswehr auf dem Flug von Gao nach Niamey im Niger. Foto: Michael Kappeler/dpa
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NIAMEY – Verteidigungsministerin Christine Lambrecht hat ihre Sahelreise in Niger fortgesetzt. Die SPD-Politikerin traf aus Mali kommend auf dem von der Bundeswehr betriebenen Lufttransportstützpunkt am Rande der Hauptstadt Niamey ein.

Lambrecht wollte am Rande ihres Adventsbesuchs auch Bedingungen für das weitere militärische Engagements Deutschlands ausloten. Der Verlauf bisheriger Projekte wurde – anders als in Mali – als erfolgversprechend bewertet.

Das Einsatzführungskommando hatte am Vortag die vor allem von den Kampfschwimmern der Marine gestellte Ausbildungsmission «Gazelle» zum Ende des Jahres von ihrem Auftrag entbunden. Eine von den deutschen Soldaten aufgebaute Spezialkräfteschule, die für Kampf gegen Terrorgruppen und bewaffnete Banden ausbildet, soll jetzt von anderen Staaten weitergeführt werden. In Planung ist der Bau eines Militärkrankenhauses mit deutscher Hilfe.

Die EU will Niger stärker in seinem Kampf gegen Terroristen unterstützen und so die Sahelregion stabilisieren. Die EU-Außenminister beschlossen dazu am Montag in Brüssel eine militärische Partnerschaftsmission. Die nigrischen Streitkräfte sollen durch sie in die Lage versetzt werden, Bedrohungen besser abzuwehren und die Bevölkerung zu schützen.

Der Einsatz mit dem Namen EUMPM Niger wird nach EU-Angaben unter anderem beim Aufbau eines Ausbildungszentrums und eines neuen Kommunikations- und Führungsunterstützungsbataillons helfen. Er ist zunächst auf drei Jahre ausgelegt. Die EU-Gemeinschaftskosten werden auf 27,3 Millionen Euro beziffert.

Bildquelle:

  • Christine Lambrecht: dpa
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