Tausende demonstrieren in Berlin und Köln für das Lebensrecht Ungeborener und gegen „gekaufte Kinder“

Marsch für das Leben 2026 am Berliner Hauptbahnhof.

von KLAUS KELLE

BERLIN/KÖLN – Die Chefin des Bundesverbandes Lebensrecht (BVL), Alexandra Maria Linder, wirkte am Mittag erkennbar zufrieden mit dem Zustrom von Teilnehmern am alljährichen Marsch für das Leben. Tausende ProLifer hatten sich am Berliner Hauptbahnhof versammelt, um für das unbedingte Recht eines jeden Menschen auf Leben von seinem natürlichen Anfang bis zum natürlichen Ende zu demonstrieren. Seit 25 Jahren kommen sie hier zusammmen, immer bestens geschützt durch starke Polizeikräfte vor Regenbogenfahnenschwenkern und kreischenden antifa-Aktivisten.

Maximal 500 linke Lebensfeinde hatten sich vor Beginn der Hautveranstaltung versammelt, knapp 40 versuchten nahe der Charité den weiter anwachsenden Demonstrationszug zu blockieren. Auch das erfolglos.

Linder kritisierte die „Normalisierung des Tötens unschuldiger Menschen“ im modernen Deutschland und meinte dabei wohl besonders „die vorgeburtliche Tötung“. Doch auch Leihmutterschaft, die „Kinder zur bestellbaren Ware“ mache und „Frauen zu Gebärmaschinen“ herabwürdige, sind für die Menschen hier auf dem Washington Platz in Berlin verdammenswürdig.

„Ich freue mich, wie bunt sich unser Marsch über die Jahre entwickelt hat“, sagt Mechthild Löhr, eine bekannte Lebensschützerin der ersten Stunde in Deutschland, die von Anfang an dabei war, als der damals sogenannte „1000-Kreuze-Marsch“ noch in den Anfängen steckte. Es waren damals zu wenige Demonstranten da, um all die Kreuze überhaupt durch die Straßen der Hauptstadt zu tragen. Linksextremisten rissen Teilnehmern ihre Kreuze aus den Händen und schleuderten sie in die Spree. Hasserfüllte Gesicher am Straßenrand mit bunten Haaren, allerlei Gesichtspiercings und Regenbogenfähnchen. Auch das hat spürbar nachgelassen, oder wie Frau Löhr mit einem Anflug von Humor sagt: „Die Antifa hat es aber heute auch nicht leicht. Ständig müssen sie irgendwo hin, um gegen irgendwas zu demonstrieren…“

Naturgemäß sind bei einer Veranstaltung wie dem Marsch für das Leben viele aktive Christen dabei. Die Spitze der Evangelischen Allianz war in Berlin dabei und katholische Bischöfe wie Rudolf Voderholzer (Renegsburg) und der Bischof von Passau, Stefan Oster. Politiker verschiedener Parteien mischten sich in die Menge, etwa ein früherer Berliner Finanzsenator. Die Chefin der WerteUnion und frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel war da.

Auf der Bühne dann wenigstens ein prominenter CDU-Politiker: Hubert Hüppe, 30 Jahre Mitglied des Deutschen Bundestages und aktuell Bundesvorsitzender der einflussreichen Senioren Union in der CDU Deutschlands.

Hüppe ist Zeit seines Lebens ein Überzeugungstäter in Sachen Lebensschutz, ich habe ihn kennengelernt, als ich noch nicht einmal 18 Jahre alt war und wir zusammen an Infoständen in Fußgängerzonen Flugblätter gegen die damals politisch gewollte „Fristenlösung“ verteilten, die de facto eine Freigabe des Schwangerschaftsabbruchs bedeutete. Hüppe warb in Berlin für Inklusion und die kompromisslose Integration behinderter Menschen in Schulen und auf dem Arbeitsmarkt.

Zeitgleich zu Berlin demonstrierten in Köln etwa 1200 Menschen für den Lebensschutz. Hier war die Stimmung allerdings ungemütlicher, da mehr Gegendemonstranten lautstark versuchten, die Kundgebung der ProLifer zu stören und möglichst zu verhindern. Unter den Demonstranten in Berlin war deshalb immer wieder Thema in Gesprächsrunden, ob es eine gute Idee ist, den alljährlichen Marsch für das Leben auf zwei Standorte aufzuteilen. Pro und Contra gab es dabei starke Argumente…

Bildquelle:

  • Marsch_für_das_Leben_2026_Berlin: klaus kelle

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.