MADRID – Der russische Frachter „Ursa Major“ sank einen Tag vor Heiligabend, am 23. Dezember 2024, spektakulär im westlichen Mittelmeer – nur etwa 100 Kilometer entfernt von der spanischen Küste.
Recherchen des globalen US-amerikanischen TV-Senders „CNN“ werfen nun ein ganz neues Licht auf den Vorfall.
Denn die „Ursa Major“ hatte wohl nicht nur – wie angegeben – zivile Schwerlasttechnik, leere Container sowie Kräne für Wladiwostok an Bord. Der russische Kapitän gab gegenüber spanischen Ermittlern zu, dass er auch Komponenten für zwei nukleare U-Boot-Reaktoren geladen hatte. Der Kapitän vermutete dabei, dass die sensible Fracht für den nordkoreanischen Hafen Rason bestimmt war, um Kim Jong-uns Atom-U-Boot-Programm zu unterstützen.
Jedenfalls sank das Schiff der russischen „Schattenflotte“
Es existieren mehrere Amateurvideos von dem dramatischen Vorfall, aufgenommen von Seeleuten anderer Schiffe in der Nähe, die sich an den Rettungsmaßnahmen beteiligten.
Russische Behörden sprachen schon damals von Explosionen an Bord und bezeichneten den Vorfall als „terroristischen Angriff“, doch Beweise konnten sie nicht vorlegen. Immerhin wurden 14 Besatzungsmitglieder gerettet; zwei Seeleute haben es nicht geschafft.
CNN berichtet nun nach aufwändigen Recherchen davon, dass möglicherweise Spezialkommandos von NATO-Staaten die „Ursa Major“ versenkt haben könnten.
Das 142 Meter lange Schwerlastschiff gehörte der russischen Staatsfirma „Oboronlogistika“ und war vom Westen sanktioniert. Gebaut wurde es übrigens 2009 in Deutschland, später transportierte das Schiff regelmäßig Militärgüter für Russland.
Die spanische Untersuchung stellte ein 50 mal 50 Zentimeter großes Loch im Rumpf fest. Das Metall war nach innen gebogen, was auf eine externe Einwirkung hindeutet. Ermittler ziehen den Einsatz eines seltenen Superkavitationstorpedos vom Typ „Barrakuda“ in Betracht. Solche Hochgeschwindigkeitswaffen besitzen nur sehr wenige Staaten, darunter die USA und einige NATO-Mitglieder.
Andere Experten halten eher eine außen angebrachte Haftmine für wahrscheinlich.
Interessant: Nach dem Untergang schickte das US-Militär mehrfach seltene WC-135R „Nuclear Sniffer“-Aufklärungsflugzeuge exakt über die Untergangsstelle, um die Meeresoberfläche nach Mustern radioaktiver Strahlung abzusuchen. Die Ermittlungen zeigen überraschend auch, dass die USA das Schiff zwar attackiert und fahrunfähig gemacht haben dürften, der eigentliche Untergang jedoch von Russland selbst herbeigeführt worden sein könnte.
Als damals nämlich spanische Rettungskräfte die „Ursa Major“ stabilisierten und erklärten, das Schiff sei trotz des Schadens schwimmfähig, befahl das russische Kriegsschiff „Ivan Gren“ den Rettern, Abstand zu halten.Kurz nachdem die „Ivan Gren“ rote Leuchtraketen feuerte, registrierte das spanische seismische Messnetz vier schwere Unterwasserdetonationen. Wenig später sank das Schiff. Ermittler vermuten daher, dass die russische Marine das Schiff absichtlich versenkte (und später durch das Spezialschiff „Jantar“ am Meeresboden weiter zerstörte), damit die geheime Nuklearfracht sowie die Blackbox in 2.500 Metern Tiefe vor dem Zugriff westlicher Geheimdienste geschützt bleiben.
Bildquelle:
- Schattenschiff_Ursa Major_RUS: privataufnahme / X
