Frauen sind so unglaublich…faszinierend

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Liebe Leserinnen und Leser,

es ist wieder soweit: 8. März – Internationaler Frauentag! Ein Feiertag für alle Frauen, die sich heute Morgen entschieden haben, zum weibichen Geschlecht gehören zu wollen. Vermutlich ist es den meisten von Ihnen sowieso klar, aber man will ja als Mann in der woken Gesellschaft nicht anecken.

Der Frauentag, einst auch Frauenkampftag, wurde vor dem Ersten Weltkrieg von mehreren sozialistischen Organisationen erfunden. Arbeiterinnen organisierten sich, wollten gleichberechtigt mit ihren männlichen Kollegen sein und außerdem ein gleiches, geheimes und freies Wahlrecht haben. Und ernsthaft: Wer sollte etwas dagegen haben? Heute bestimmt niemand mehr, damals war das ein heißumkämpftes Thema auch international. Selbst die deutsche Sozialistin Clara Zetkin stießt in ihrer eigenen SPD auf harschen Widerstand des Partei-Patriarchats, als sie begann, Veranstaltungen zum Thema Gleichberechtigung zu organisieren und feststellen musste, „dass in manchen Parteikreisen noch eine ziemliche Abneigung besteht gegen den Frauentag“.

Heute haben sich die feministischen Dinge normalisiert, eigentlich könnte man – meine Meinung – Gleichstellungsbeauftragte und Gender-Professorinnen ersatzlos abschaffen, und den „Girl’s Day“ gleich dazu, wo Frauen mal einen Tag in der Kfz-Werkstatt oder auf dem Bau mitmachen, um dann anschließend in der großen Masse wieder einen klassischen „Frauenberuf“ für sich selbst zu wählen. Gefällt nicht allen, aber hey: freies Land, freie Berufswahl!

Wichtig ist doch, dass Frauen selbstverständlich alle Chancen offenstehen müssen, so wie Männern auch. Beruflich ist dieses Mann-Frau-Ding genauso idiotisch wie das mit Wessi und Ossi. Aber sei’s drum.

Ich halte jedenfalls fest: Wir hatten eine Bundeskanzlerin, wir haben und hatten höchst erfolgreiche Unternehmerinnen, Verteidigungsministerinnen, Sportlerinnen, Talkshow-Moderatorinnen, Ärztinnen, Richterinnen und – das wird gern vergessen – großartige Mütter, die Kinder zur Welt bringen und liebevoll großziehen. Schade, dass der Berufsfeminismus für diese nach wie vor riesige Gruppe von Frauen kein Konzept hat außer „Mutti in die Produktion“, am besten gleich nach der Geburt. Und dann die kleinen Erdenbürger ab in die staatliche Verwahranstalt namens Kita.

Auch das ist natürlich eine freie Entscheidung von Familien, besonders von den Frauen, ob sie die ersten ein, zwei Jahre zu Hause bei ihren Kindern bleiben, oder ob sie den Weg der Fremdbetreuung wählen und berufstätig sein wollen. Ich halte den ersten Weg für den deutlich besseren, besonders im Sinne der Kinder, aber bitte – ich bin ja nur ein Mann und nehme demütig hin, was Frauen für sich und unsere gemeinsamen Kinder entscheiden. Wie anders sollte es auch sein bei diesem Thema?

Wie Sie wissen, fühle ich mich in manchen Themenfeldern eher konservativ, und – schlimm – Christ bin ich auch noch. Ich glaube, dass alles im Leben einen Sinn hat, nicht nur unser aller Existenz. Frauen und Männer sind unterschiedlich, und das ist auch gut so. Sie haben einige unterschiedliche Begabungen und Aufgaben – unrühmliche Ausnahmen gibt es natürlich immer.

Und ich weiß nicht, ob wir heute wirklich noch einen „Frauentag“ feiern müssen. Jeder Tag sollte ein Frauentag sein, ganz ehrlich. Gibt es Frauen, die weniger verdienen als Männer mit gleichen Jobs. Ja, die gibt es. Ist das die böse Gesellschaft, die Schuld daran trägt? Nein, weil Frauen oft freiwillig schlechter bezahlte Berufe für sich wählen. Und Frauen bekommen Kinder und fallen dann oft eine Weile für das Berufsleben aus. Auch das mindert dann den Ertrag ihrer Erwerbstätigkeit. Da müsste der Gesetzgeber wirklich etwas machen, um hier einen Ausgleich zu schaffen. Aber sonst?

Mit ist völlig egal, ob ich eine Frau als Vorgesetzte habe. Wahrscheinlich ist sie besser als ich. Und wenn ich höre, dass Frauen auf Parteilisten eine Quote wollen, dann denke ich: Was soll das? Wenn 80 Prozent unserer Abgeordneten Frauen wären – prima! Nichts dagegen. Wenn es nicht über eine staatliche Quote geregelt wird, sondern über eigene Anstrengung und einen demokratischen Prozess. Und wenn sich weniger Frauen für Politik interessieren als Männer – ihre Entscheidung, aber dann haben sie auch kein Anrecht auf eine Quote, die sie hochjazzt. Eigentlich ganz einfach.

Mir fiele noch ganz viel zum Thema Frauen ein. Ich finde Frauen faszinierend, ja wirklich, dieser Begriff trifft es genau. Frauen sind unglaublich faszinierend. Und anstrengend. Und so…anders. Phantastisch!

Einen schönen Frauentag allen Damen und Mädchen hier!

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Klaus Kelle

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.