BRASILIA/MIAMI – Der unterlegene konservative Präsidentschaftskandidat Flávio Bolsonaro hat Brasilien verlassen und ist gestern am späten Abend in den USA gelandet – trotz eines gerichtlich verhängten Ausreiseverbots. Das amerikanische Außenministerium bestätigte inzwischen, dass man Bolsonaro und seiner Familie Visa erteilen werde.
Der brasilianische Oberste Bundesrichter Alexandre de Moraes hatte Bolsonaro zuvor aufgefordert, seine Reisepässe binnen 24 Stunden abzugeben. Zugleich ließ er die Dokumente annullieren und untersagte ihm, das Land zu verlassen. Diese Frist ließ der 45-jährige Senator verstreichen. Neben der brasilianischen Staatsbürgerschaft hat Bolsonaro seit 2023 auch die italienische.
Die Anordnung zur Abgabe seiner Pässe erging in einem Ermittlungsverfahren gegen Bolsonaro und den Anwalt Willer Tomaz wegen des Verdachts der Geldwäsche. Es laufen auch Ermittlungen wegen Korruption und illegaler Wahlkampfbeeinflussung.
Bei der Stichwahl am Sonntag hatte Bolsonaro laut Wahlgericht mit 48,2 Prozent der Stimmen gegen den sozialistischen Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva verloren, der 51,8 Prozent erhielt. Anschließend hatte er erklärt, die Wahl wegen angeblicher Manipulationen nicht anzuerkennen.
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- Flavio_Bolsonaro: wahlkampfteam bolsonaro
