Die andere Seite von Präsident Selenskyj: „Man kann ohne Hoffnung nicht überleben“

Der ukrainische Gespräch Wolodymyr eneksyj im Gespräch bei Steven Bartlett

LONDON/KIEW – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat im Podcast des Unternehmers Steven Bartlett (34) „The Diary of a CEO“ einen ungewöhnlichen Einblick in seine Gemütsverfassung gegeben. In fast zwei Stunden sprach er offen über die immense psychische Belastung durch den Krieg, über schlaflose Nächte und traumatische Momente.

Präsident Selenskyj bekannte, wie schwer die Last der Verantwortung für sein Land auf ihm persönlich laste und dass er sich in einem unaufhörlichen Überlebenskampf wähnt.

Als er nach dem bisher schwärzesten Moment in den Kriegsjahren befragt wurde, nannte er die Entdeckung der russischen Kriegsverbrechen in Bucha im Jahr 2022. Die Bilder von dort hätten in ihm das Empfinden von „purem Hass und dem Drang nach Rache“ ausgelöst, doch er habe sich zwingen müssen, als Staatsoberhaupt handlungsfähig zu bleiben.

Aufgeben sei für ihn keine Option, so Selenskyj, auch wenn er „nicht der stärkste Mann“ sei. Aber man könne ohne Hoffnung nicht überleben.

Der ukrainische Präsident widersprach Äußerungen des US-Präsidenten, wonach ukrainische Angriffe auf russische Ölraffinerien für die hohen Dieselpreise in den USA verantwortlich seien. Diese Darstellung sei „völlig falsch“, da der Exportanteil Russlands dabei kaum ins Gewicht falle.

Selenskyj forderte, dass Trump seine Rhetorik drastisch ändern müsse. Wörtlich: „So wie Präsident Trump über mich redet, muss er diese Art von Rhetorik auch gegenüber Putin annehmen.“ Trump könne Putin eigentlich sehr leicht an den Verhandlungstisch zwingen, stattdessen übe die US-Regierung den Druck auf die falsche Seite (die Ukraine) aus.

Der Ukrainer äußerte sich im Gespräch auch nachdenklich über das Verhältnis zwischen Trump und Wladimir Putin. Er hinterfragte öffentlich die Natur dieser Beziehung und deutete an, dass möglicherweise persönliche Verbindungen oder wirtschaftliche Angebote im Hintergrund eine Rolle spielen könnten, betonte aber gleichzeitig, nicht das vollständige Bild zu kennen.

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Bildquelle:

  • Wolodymyr Selenskyj_Ukraine_14: the dairy of a ceo

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