Kretschmer: Nach dem Krieg «wieder Gas aus Russland nutzen»

Michael Kretschmer will auch eigenes Erdgas in der Nordsee erschließen. Foto: Wolfgang Kumm/dpa
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BERLIN – Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat sich für eine Wiederaufnahme russischer Gaslieferungen nach dem Krieg ausgesprochen.

«Wir brauchen langfristige Verträge für Flüssiggaslieferungen aus den USA, Katar und anderen arabischen Ländern. Außerdem müssen wir endlich eigenes Erdgas in der Nordsee erschließen. Und wenn der Krieg vorbei ist, sollten wir auch wieder Gas aus Russland nutzen», sagte er der «Bild am Sonntag.» Auf die Frage, ob er davon ausgeht, dass die beschädigte Gas-Pipeline Nord Stream 1 wieder repariert werde, sagte er: «Wir werden Pipeline-Gas brauchen, und das geht nur mit funktionierenden Pipelines.»

Ähnlich wie Kretschmer äußerte sich auch der Vorsitzende der Linken im Bundestag, Dietmar Bartsch. «Natürlich wird es eine Zeit nach Putin geben, dann können auch wieder Gespräche über Gaslieferungen aus Russland möglich werden», sagte Bartsch den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Online Sonntag, Print Montag) mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Der Schlüssel sei aber der entschlossene Ausbau der erneuerbaren Energien.

Mit Blick auf den Krieg in der Ukraine sagte Kretschmer: «Es braucht jetzt eine gemeinsame diplomatische Anstrengung von der EU, den USA, China, Indien und Japan. Dieser Krieg muss angehalten werden.» Solche Verhandlungen würden nach Kretschmers Vorstellungen nicht automatisch dazu führen, dass die Ukraine auf Teile ihres Staatsgebietes verzichten müsste. «Es gibt keinen einzigen Grund, warum die Ukraine auch nur auf einen Quadratmeter ihres Territoriums verzichten sollte. Kriegsschäden müssen von Russland ausgeglichen, Kriegsverbrecher zur Verantwortung gezogen werden. Mit dieser Haltung muss man in Friedensgespräche gehen», sagte Kretschmer.

Bildquelle:

  • Kretschmer: dpa
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