Deutschland und USA sind nach Schlagabtausch um Schadensbegrenzung bemüht

Beim Nato-Gipfel beharrte Trump in scharfem Ton auf viel höhere Rüstungsausgaben der Mitgliedstaaten. Foto: Kay Nietfeld
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Washington – Nach dem indirekten Schlagabtausch zwischen US-Präsident Donald Trump und Bundeskanzlerin Angela Merkel bemühen sich beide Seiten um Schadensbegrenzung. Der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, bezeichnete das Verhältnis Trumps zu Merkel als «ziemlich unglaublich».

Beide kämen sehr gut miteinander aus. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel erklärte, die schwierige Zeit im deutsch-amerikanischen Verhältnis müsse überwunden werden. Es sei nicht angemessen, einen Konflikt «zwischen Bierzelt und Twitter» auszutragen.

Gabriel reagierte damit auf Aussagen Trumps im Kurznachrichtendienst, in denen er hart mit Deutschland ins Gericht ging. Am Sonntag hatte Merkel bei einer Wahlkampfveranstaltung der CSU in einem Bierzelt in München erklärt, Europa könne sich nicht mehr uneingeschränkt auf seine Partner verlassen. Das habe sie in den vergangenen Tagen erlebt. Damit spielte sie offenkundig auf ihre Treffen mit Trump beim Nato-Gipfel in Brüssel und beim G7-Gipfel auf Sizilien an.

Auch die Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, betonte am Dienstag (Ortszeit) die Gemeinsamkeiten. Verbündete könnten sich weiterhin auf die USA verlassen, sagte sie dem Sender MSNBC. «Wenn es einen Politikwechsel geben würde, hätte der Präsident das gesagt», betonte Haley.

Trump hatte am Dienstagmorgen seine Vorwürfe gegen Deutschland erneuert und massive Kritik am Handelsüberschuss der Bundesrepublik sowie deren aus seiner Sicht zu geringen Militärausgaben geübt. Der Republikaner fügte hinzu: «Sehr schlecht für die USA. Das wird sich ändern.» Möglicherweise reagierte Trump damit auf die Bierzelt-Bemerkungen Merkels.

Auf die neuen Äußerungen Trumps ging die Kanzlerin dann nur noch indirekt ein. Die transatlantischen Beziehungen blieben von herausragender Bedeutung, sagte sie nach Aussagen von Teilnehmern bei einer Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag. Das heiße aber auch, dass bestimmte Dinge nicht unter den Tisch gekehrt werden könnten.

Bildquelle:

  • Merkel und Trump: dpa
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