Niemand hat das Recht, andere Meinungen abzuschalten

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Liebe Leserinnen und Leser,

Elon Musk hat das Twitter-Konto von Donald Trump wieder freigeschaltet. Und das ist auch gut so.

Wie Sie wissen, bin ich persönlich skeptisch in Bezug auf den früheren US-Präsidenten. Der hat eine ordentliche bis gute Amtszeit im Weißen Haus hingelegt, wenn man vom Agieren in der Corona-Pandemie absieht. Aber er hat viele Dinge richtig, auf jeden Fall besser als Amtsvorgänger Barack Obama gemacht. Dennoch hielte ich es für einen Fehler, wenn die Republikaner – was durchaus möglich ist – den früheren Immobilien-Tycoon erneut zum Kandidaten für die Präsidentschaftswahl 2024 machen würden. Zu rüpelhaft ist der Mann, zu aufbrausend, dass ich ihn für weitere vier Jahre mit der Hand am Atomknopf sehen möchte. Aber das ist natürlich die Sache der Amis, macht, was Ihr wollt!

Meinungsfreiheit ist mein Thema, und da gibt es kein Wenn und Aber: In einer Demokratie muss jeder denken, sagen und schreiben dürfen, was er oder sie will. Punkt. Ich weiß überhaupt nicht, wie man zu dieser Aussage unterschiedliche Meinungen haben kann.

Nach über 40 Jahren als Journalist teile ich nicht die Meinungen vieler Menschen, große Medien könnten mit ihrer Reichweite Wahlen entscheiden. Wäre das so, dann wäre Helmut Kohl nicht gegen den versammelten Mainstream aus Spiegel, Stern, ARD, ZDF und Konsorten viermal zum Bundeskanzler gewählt worden. Und wäre das so, dann wäre auch Donald Trump niemals US-Präsident geworden. Wenige Tage vor der Wahl hatten die 50 größten Tageszeitungen der USA als Wahlempfehlung ihrern Lesern mitgegeben, bloß nicht Donald Trump zu wählen. Sie alle wissen, wie es ausging…

Nein, Medien können vorhandene Stimmungen in einer Bevölkerung befeuern, sie können in die Suppe der teils manipulierten Öffentlichkeit spucken. Aber sie können nicht schreiben: Wählt ABC, und dann machen die das.

Wenn jemand Präsident der Vereinigten Staaten ist und ein Twitter-Konto mit 82 Millionen Followern hat, dann darf nicht irgendein linkswokes Manager-Gremium an der West- oder Ostküste einfach entscheiden, den Mann abzuschalten. Mit welchem Recht, mit welcher Legitimation? Einfach nur, weil sie es können? Das darf nicht so sein.

Insofern hat Elon Musk wieder einmal das Richtige getan. Eine freie Gesellschaft muss auch mit den Meinungen der Anderen leben. In vielen demokratischen Ländern ist das selbstverständlich. Leider ist es ein harter Kampf gegen die Cancel Culture in den USA – und schlimmer noch: gegen die Verbotskultur in Deutschland.

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Klaus Kelle

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